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Glossar zum Urhebrrecht : Von Abmahnwellen, Kulturwertmarken und Buy-out-Verträgen

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Kopierschutz

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Das haben sich die Verwerter gedacht, die ihren DVDs nicht nur den Eröffnungstext  „Dieses Filmmaterial ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt“, sondern auch einen Kopierschutz angehängt haben. Ein Kopierschutz verhindert die Vervielfältigung von urheberrechtlich geschütztem Material. Die Schutzmaßnahmen firmieren auch unter dem Begriff Digital Rights Management. Seit 2003 ist es strafbar, sie zu umgehen. Dennoch kursieren zahlreiche Softwares im Internet, mit denen sich diese Hürde angeblich bezwingen lässt. Lücken weist das Gesetz in Bezug auf Computerspiele auf, die durch dieses Verbot nur sehr eingeschränkt vor Raubkopien geschützt werden.

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Kulturflatrate

Im Zuge einer möglichen Legalisierung der digitalen Verbreitung und Vervielfältigung von Kulturgütern wird oft das Finanzierungsmodell einer gesetzlichen Pauschalabgabe ins Spiel gebracht – beispielsweise von den Grünen, der Linkspartei und der globalisierungskritischen Organisation Attac. Eine solche zumeist als „Kulturflatrate“ titulierte Gebühr würde praktisch für jeden genutzten Breitbandzugang anfallen und nach der Vorstellung ihrer Befürworter den Urhebern von Musikstücken, Bildern, Texten, Spielen und Filmen eine angemessene Bezahlung garantieren. Umstritten ist aber bislang, nach welchem Verteilungsschlüssel die Ausschüttung erfolgen könnte. Im Raum steht der Vorschlag, die Vergütung an der Zahl der Downloads eines jeweiligen Werkes zu bemessen.

Kritiker entgegnen, dass ein solches prinzipiell anonymisiertes Verfahren nach dem Muster „Geld durch Klicks“ leicht manipulierbar wäre, etwa durch massenhafte Downloads der eigenen Inhalte. Daneben bestehen Vorbehalte gegen zusätzliche „Zwangsabgaben“ neben den bereits existierenden GEMA-Gebühren und den großen Verwaltungsaufwand, den diese mit sich brächten. Ein anderer Streitpunkt ist die Höhe einer solchen Pauschalgebühr und wer genau für ihre Festsetzung verantwortlich wäre.

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Kulturwertmark

(auch: „Kulturflatrate mit manueller Verteilung“): Die Idee digitaler Wertmarken für Kulturgüter im Internet basiert auf dem Modell der Kulturflatrate. Auch hierbei besteht der Grundgedanke darin, eine pauschale Pflichtabgabe pro Internetzugang zu erheben, die den Urhebern der verbreiteten Inhalte zugute käme. Hinzu träte aber die Möglichkeit der aktiven Mitbestimmung durch die Nutzer, welche Künstler durch die Ausschüttung der Gebühren entlohnt werden sollen. Den Nutzern würden nämlich ihre Abgaben in Form sogenannter „Wertmark“ (in Anlehnung an den Begriff der Wertmarke) zugewiesen, die sie dann frei an die von ihnen bevorzugten Urheber verteilen könnten. Der Clou dabei: „Blinde Signaturen“ würden wie bei den gängigen Internetbezahlsystemen die Anonymität der Wertmarkzahlungen garantieren.

Alle nicht verwendeten Wertmark könnten dann in einem zweiten Schritt nach den Anteilen der aktiven Ausschüttung durch die Nutzer an die Künstler verteilt werden. Das im letzten Jahr vorgestellte Modell des Chaos Computer Clubs (CCC) sieht zusätzlich vor, die entsprechenden Werke nach einer bestimmten Zeit im Kulturwertmark-System (z.B. 5 Jahre) frei im Internet verfügbar zu machen. Der größte Kritikpunkt an dieser „Kulturflatrate mit manueller Verteilung“ ist die Gefahr der privaten Bereicherung. Nutzer könnten gezielt „Pseudo-Kunstwerke“ erstellen und anschließend ihre eigenen Wertmark sich selbst zuteilen.

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