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Glossar zum Urhebrrecht : Von Abmahnwellen, Kulturwertmarken und Buy-out-Verträgen

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Geltungsdauer

Die Geltungsdauer des Urheberrechts ist in Deutschland auf siebzig Jahre nach dem Tod eines Urhebers festgelegt. Die Piratenpartei fordert die Minimierung der Geltungsdauer auf zehn Jahre. Andere Parteien haben sich in ihren jüngsten Thesenpapieren auf keine klare Begrenzung festgelegt. Und wem stehen die Rechte an einem Werk zu, wenn sein Urheber verstorben ist? Das Urheberrecht setzt sich aus zwei unterschiedlichen Rechtszweigen zusammen: Die Urheberpersönlichkeitsrechte heben auf die öffentliche Wirkung ab, die ein Urheber mit seinem Werk erzielt. Diese Rechte kann der Urheber vererben, niemals jedoch übertragen. Anders die Nutzungs- und Verwertungsrechte. Sie meinen die Möglichkeiten, mit geistigen Schöpfungen Geld zu verdienen. Dieser Teil der Rechte darf zu Lebzeiten des Urhebers an Zweite weitergegeben werden. Wer also zum Beispiel die Nutzungs- und Verwertungsrechte an einem Bildwerk geltend macht, darf damit theoretisch unendlich viele Postkarten zum Verkauf bedrucken, aber das Werk niemals für eine rechtsradikale Kampagne nutzen, wenn der Urheber bekennender Linker war.

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Gema

Das Kürzel steht für „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte“. Die GEMA ist eine Verwertungsgesellschaft, die die Urheberrechte von Komponisten, Textdichtern und Musikverlegern vertritt. In der GEMA sind in Deutschland etwa 3300 Kreative als vollwertige Mitglieder organisiert. Hinzu kommen zahlreiche Personen mit eingeschränkten Rechten, sogenannte „angeschlossene Mitglieder“ ohne vereinsrechtlichen Mitgliedsstatus und zwei Millionen Berechtigte im Ausland, die von der GEMA vertreten werden. Eine Mitgliedschaft in der GEMA ist freiwillig und bringt die Übertragung der Rechtevertretung des Gesamtrepertoires eines jeweiligen Urhebers mit sich. Im Gegenzug wird man nach einem komplizierten Verteilungsschlüssel an den Ausschüttungen beteiligt, die durch die GEMA-Gebühren für öffentliche Aufführungen, Geräte und Medien zustande kommen. Geschichtlich ist die GEMA nach dem zweiten Weltkrieg aus der 1933 gegründeten „Staatlich genehmigten Gesellschaft zur Verwertung musikalischer Aufführungsrechte“ (STAGMA) hervorgegangen.

Discothekenbesitzer protestieren: Von den Tariferhöhungen der Gema sind vor allem kleinere Unternehmen betroffen
Discothekenbesitzer protestieren: Von den Tariferhöhungen der Gema sind vor allem kleinere Unternehmen betroffen : Bild: dpa

Itunes

Itunes ist ein multimediales Verwaltungsprogramm, das speziell für Mobiltelefone und Mp3-Player der Marke „Apple“ entwickelt wurde. Das Programm ist mit neuen Tablett-Computern und einigen Windows-Versionen kompatibel. Mit Itunes kann man eigene Songlisten bearbeiten, Lieblingslieder markieren, Ordner und Unterverzeichnisse erstellen. Das seit 2001 auf dem Markt erhältliche Programm ist einer der ersten Versuche, Musik legal über das Internet zu vertreiben. Im eigenen Itunes-Store kann man, ohne das Programm zu wechseln, Musikdateien im Mp3-Format herunterladen. Die Kosten können über ein PayPal-Konto, die Internetabrechnung oder über ein klassisches Bankkonto entrichtet werden. Mittlerweile gibt es zahlreiche weitere Programme, die diesem Prinzip folgen: Simfy, Musicload, Amazon, Musikkaufen.de – und weitere.

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