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Glossar zum Urhebrrecht : Von Abmahnwellen, Kulturwertmarken und Buy-out-Verträgen

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Der Spieledesigner wollte über Crowdfunding 400.000 Dollar für sein neues Computerspiel sammeln: Innerhalb von ein paar Stunden spendeten Fans über drei Millionen Dollar
Der Spieledesigner wollte über Crowdfunding 400.000 Dollar für sein neues Computerspiel sammeln: Innerhalb von ein paar Stunden spendeten Fans über drei Millionen Dollar : Bild: AFP


 

Fair Use

Das angloamerikanische Modell betrachtet das Urheberrecht im Unterschied zum europäischen nicht vom Schutzrecht des Urhebers, sondern vom Bildungsinteresse der Öffentlichkeit her. Mit dem Prinzip des “Fair Use“ ( „Angemessen Anwendung“) wird im angloamerikanischen Urheberrecht  eine Regel bezeichnet, die bestimmte Formen der Nutzung von urheberrechtlich geschützten Werken erlaubt. Voraussetzung hierfür ist, dass die Verwendung des geschützten Materials der öffentlichen Bildung, beispielsweise der Berichterstattung oder der Wissenschaft, dient. Fair Use gestattet dann etwa Zitate oder Parodien. Unter die amerikanischen Fair-Use-Bestimmungen fällt auch die Funktion der Buchvorschau bei Google.

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Filesharing

Der Datentausch, im englischen Filesharing, beschreibt einen Vorgang im Netz, bei dem Internetnutzer auf einer Homepage ihre Musikstücke, Filme, Fotos oder andere Dateien anbieten, um im Gegenzug die Dateien anderer Besucher herunterladen können. Wird dieser Tausch über eine „Shareware“ vollzogen, werden also Dateien gehandelt, die nicht dem Urheberrecht unterliegen, dann ist Filesharing legal. Einige unbekannte Künstler sind auf die Präsenz im Internet angewiesen, weil sie sich keinen eigenen Plattenvertrag leisten können. Überwiegend Indie-Bands rufen ihre Fans dazu auf, Musikdateien im Internet zu teilen.

Das legale Filesharing wird aber auch zu Marketingzwecken genutzt. So animiert die Band Radiohead ihre Fans, Musikdateien kostenlos weiterzugeben, ohne dabei ausschließlich den Bekanntheitsgrad erhöhen zu wollen. Illegales Filesharing findet dort statt, wo beispielsweise über Internettauschbörsen urheberrechtlich geschütztes Material heruntergeladen und gespeichert wird. Filesharing ist nicht mit Streaming zu verwechseln. Bei dieser Art des Internetkonsums werden Dateien im Internet selbst angeschaut und nicht auf der eigenen Festplatte gespeichert.

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Freie Lizenz

Hierunter wird eine Lizenz verstanden, durch die die kostenlose Nutzung und Verbreitung von Werken erlaubt ist, die urheberrechtlich geschützt sind. Für solche freien Inhalte (auch „Open Content“ genannt) werden die Bestimmungen in den jeweiligen Lizenztexten festgesetzt. Mittlerweile existieren für freie Inhalte zahlreiche Standardlizenzen mit unterschiedlichen Regelungen. Zu den bekanntesten zählen die Lizenzverträge der gemeinnützigen Organisation Creative Commons (CC). Deren Lizenzen sind für beliebige urheberrechtlich geschützte Texte, Bilder, Musikstücke oder Videoclips anwendbar, weisen aber zum Teil starke Unterschiede auf. Die Internet-Enzyklopädie Wikipedia etwa verwendet nach eigenen Angaben unter anderem die Lizenz „CC-BY-SA“, die freie Verwendung durch andere Nutzer erlaubt, dabei aber eine Nennung von Urheber und Lizenz erfordert. Andere CC-Lizenzen verbieten zum Beispiel die Bearbeitung oder die kommerzielle Nutzung der jeweiligen Inhalte. Eine umfangreiche Übersicht gängiger Lizenzmodelle für freie Inhalte stellt das Berliner „Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software“ bereit.
 

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