https://www.faz.net/-gsf-70djl

Glossar zum Urhebrrecht : Von Abmahnwellen, Kulturwertmarken und Buy-out-Verträgen

  • -Aktualisiert am

Anonymous

Anonymous ist ein Pseudonym, hinter dem sich Hacker, Aktivisten und Lobbyisten verbergen. In der Netzkultur hat sich dieses „Projekt“ seit 2008 einen Namen gemacht, nachdem es sich von der Spaßbewegung „Imageboard 4chan“ zur politischen Kraft entwickelt hat, die Acta mit verschiedenen Operationen zur Schau stellt. Im Rahmen der Operation „Payback“ wurden Geldinstitute wie Mastercard und Visa angegriffen, weil die Unternehmen dem Wikileaks-Gründer Julian Assange seine Konten gesperrt hatten. 2011 wurden Regierungsseiten von Simbabwe und Tunesien angegriffen, um, so ging es später aus einem Bekennerschreiben hervor, für die Pressefreiheit zu kämpfen.

Der Kreis derer, die unter diesem Namen veröffentlichen und arbeiten, lässt sich bisher nicht genau definieren. Anonymous ist als Marke nicht geschützt. Der Name wird meist bei Hackerangriffen und Vandalismusaktionen verwendet. Als im Mai die Adressen von Prominenten, die sich zur der Aktion „Wir sind die Urheber“ bekannt hatten, veröffentlicht wurden, zweifelte man den Zusammenhang zu Anonymous an. Obwohl sich Anonymous (natürlich anonym) zu dieser Attacke bekannt hatte, weiß man nie, ob der Hacker tatsächlich Mitglied oder ein Trittbrettfahrer ist. Aber das wissen die, die hinter Anonymous stecken, vermutlich selber nicht.

Im Kampf um Julian Assanges Freiheit: Die Hackergruppe „Anonymous“ hat 2011 Regierungsseiten von Simbabwe angegriffen
Im Kampf um Julian Assanges Freiheit: Die Hackergruppe „Anonymous“ hat 2011 Regierungsseiten von Simbabwe angegriffen : Bild: dpa

Buy-Out-Verträge

(auch: „Total-Buy-Out-Verträge) Hierunter werden Verträge verstanden, bei denen der Urheber gegen die Zahlung eines einmaligen Honorars sämtliche Nutzungsrechte an einen Vertragspartner abtritt. Sogenannte Buy-Out-Verträge sind in allen Branchen der Verlags- und Medienwelt verbreitet.

__________________________________________________________

Crowdfunding

Crowdfunding ist ein neuartiges Konzept der Fremdfinanzierung für alle möglichen Arten von Projekten, Produkten oder Geschäftsideen. Das Besondere am Crowdfunding ist sein ausgesprochen sozialer Charakter, der im Prinzip erst durch die neuen Formen der digitalen Vernetzung im Internet möglich wird. Die Grundidee ist folgende: Ein Internetnutzer startet im Netz auf einer eigens hierfür angelegten Plattform einen Finanzierungsaufruf für seine Geschäftsidee. Viele andere von dem Projekt begeisterte Nutzer (sogenannte „Crowdfunder“) leisten hierauf kleine finanzielle Beiträge, bis schließlich das erforderliche Mindestkapital für die Aktion zustande gekommen ist. Als Anreiz zur finanziellen Unterstützung kann der Geldnehmer auch etwaige Gegenleistungen ins Spiel bringen, etwa die Vergabe von Rechten oder bestimmte Leistungen materieller oder ideeller Natur.

Die durch Crowdfunding erzielten Gelder bleiben in der Regel an das jeweilige Projekt gebunden. Allerdings ist für Crowdfunding bis heute in Deutschland keine spezifische gesetzliche Regelung getroffen. Trotzdem existieren hierzulande mittlerweile zahlreiche Crowdfunding-Plattformen, etwa inkubato, mySherpas, Startnext oder VisionBakery.

Eine Spezialform des Crowdfunding ist das sogenannte Social Payment. Hierunter werden freiwillige finanzielle Abgaben für Inhalte im Internet verstanden. Die einzelnen Beträge beim Social Payment sind normalerweise sehr gering, können sich aber schnell summieren, wenn sich viele Nutzer für ein bestimmtes Angebot begeistern. Trotzdem wird Social Payment von Medienanbietern im Internet in der Regel als Ergänzung zu herkömmlichen Finanzierungsmethoden begriffen. Einer der bekanntesten Social-Payment-Dienste ist das schwedische Unternehmen „Flattr“. Es bietet die Möglichkeit, einen monatlichen Abonnementsbetrag über Klicks an verschiedene Medienanbieter im Netz zu verteilen.

Topmeldungen

Vor der Bund-Länder-Schalte : Die Suche nach dem Weihnachtsfrieden

Größtenteils unterstütze sie die Corona-Überlegungen der Länder, sagt die Kanzlerin vor den Gesprächen am Mittwoch. Der Bundespräsident warnt vor einer Spaltung der Gesellschaft – und der Antisemitismusbeauftragte vor wachsendem Judenhass.
Scheinbar kühlschranktauglich: der in Oxford entwickelte Corona-Impfstoff

Anti-Corona-Serum aus Oxford : Haben die Briten den Impfstoff für alle?

Es passt nicht in das britische Selbstverständnis, dass deutsche und amerikanische Forscher zuerst einen Impfstoff präsentiert haben. Also preist man im Königreich die Kühlschranktauglichkeit der Substanz.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.