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Unesco hat entschieden : Mathildenhöhe, Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen sind Welterbe

Blick auf die Mathildenhöhe mit Hochzeitsturm, Ausstellungsgebäude und Russischer Kirche. Bild: EPA

Die Darmstädter Mathildenhöhe, die Kurorte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen werden in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Das entschied die UNESCO. Deutschland hat jetzt 47 Welterbestätten.

  • Aktualisiert am
          4 Min.

          Die UNESCO hat das Jugendstilensemble auf der Darmstädter Mathildenhöhe und die drei deutschen Kurorte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen als neues Welterbe ausgezeichnet. Das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) traf die Entscheidung am Samstag auf seiner laufenden Sitzung im chinesischen Fuzhou. Die UNESCO zeichnete Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen zusammen mit acht anderen europäischen Kurorten als „Große Bäder Europas“ als Welterbe aus. Das Komitee der UNESCO traf die Entscheidung auf seiner 44. Sitzung. Mit dem begehrten Titel werden nur Kultur- und Naturstätten von herausragendem universellen Wert ausgezeichnet.

          Die „Großen Bäder Europas“ sind Kurorte, die vom späten 18. Jahrhundert bis ins frühe 20. Jahrhundert internationale Bedeutung erlangten. Natürliche Thermalwasser sind Grundlage einer Epochen übergreifenden Tradition der europäischen Badekultur. Zu den elf Kurstädten, die den Welterbetitel erhielten, zählen auch Spa (Belgien), Vichy (Frankreich), Bath (Vereinigtes Königreich) sowie Karlsbad, Franzensbad und Marienbad aus der Tschechischen Republik.

          Im Stadtbild zeichnen sich die Kurorte bis heute mit Bauten aus, die auf medizinische, therapeutische und gesellschaftliche Funktionen ausgerichtet sind. „In diesen mondänen Stätten der Gesundheitspflege, der Muße und des geselligen Umgangs bildeten sich architektonische Prototypen und eine städtebauliche Typologie heraus, für die es keine frühere Parallele gibt“, teilte Baden-Baden zu der Nominierung mit.

          Große Welt am Rand des Schwarzwalds: Baden-Baden ist bis heute ein Epizentrum des Mondänen.
          Große Welt am Rand des Schwarzwalds: Baden-Baden ist bis heute ein Epizentrum des Mondänen. : Bild: Laif

          Die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, begrüßte die Auszeichnung der deutschen Kurorte Baden-Baden, Bad Ems und Bad Kissingen zusammen mit acht weiteren europäischen Bädern als neues Welterbe. „Mit ihrer Kurtradition und ihren städtebaulichen Besonderheiten bringen sie auf einzigartige Weise das Phänomen der europäischen Kurstadt zum Ausdruck“, sagte Böhmer am Samstag nach dem Beschluss des Unesco-Komitees.

          „In den Kurstädten spiegelt sich Europa“

          „Im Antlitz der heute ausgezeichneten Kurstädte spiegelt sich Europa“, sagte Böhmer. „Vielfalt und Einheit gehen hier Hand in Hand. Die Tradition der Kurbäder und ihre besondere Architektur, ihre Gemeinsamkeiten und Eigenheiten offenbaren sich hier wie nirgendwo sonst.“ Zur Auszeichnung der Darmstädter Mathildenhöhe sagte Böhmer: „Die Mathildenhöhe ist ein weltweit herausragendes Beispiel visionärer Gestaltungskunst". Künstlerinnen und Architekten hätten „hier an der Nahtstelle von Jugendstil und Neuem Bauen Pionierarbeit geleistet.“ Vierzehn Jahre lang, von 1901 bis 1914, sei die Mathildenhöhe eines der wichtigsten Zentren moderner Kunst und Architektur in Europa und der Welt gewesen. Vier internationale Ausstellungen trugen in dieser Zeit dazu bei, Architektur und Design in ein neues Zeitalter zu führen.

          Der Welterbe-Antrag der Kurstädte war von Deutschland gemeinsam mit Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich und Tschechien erarbeitet worden.Die Tradition der Kur habe sich in Europa auf besondere Art herausgebildet, hob die UNESCO hervor. Rund um Heilquellen entstanden Kurstädte mit einem eigenen städtebaulichen Typus. Ihre Blüte erlebte die Bäderkultur zwischen 1700 und den 1930er Jahren. Das Wissen um die Heilkraft des Wassers wurden systematisch untersucht und angewandt. Von England bis Rumänien entstanden rund 1500 größere und kleinere Kurorte. Architekten von Rang wurden verpflichtet, Trinkhallen, Kurhäuser, Kolonnaden, Grand Hotels, aber auch private Villen und Sakralbauten für Glaubensgemeinschaften zu entwerfen. Hinzu kamen Kurgärten, Parks, Theater und Casinos.

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