https://www.faz.net/-gqz-9ag2h

Italiens neue Regierung : Umsturz in die Bequemlichkeit

  • -Aktualisiert am

Revolutionen sind in der italienischen Verfassung nicht vorgesehen: Der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella prüft die Optionen – und empfängt Luigi Di Maio, Danilo Toninelli und Giulia Grillo von der Bewegung Cinque Stelle. Bild: Paolo Giandotti/Handout/Epa-Efe/Rex/Shutterstock

In Italien wird es ernst: Was Populismus heißen könnte und wie es aussieht, wenn das Volk „korrupte Eliten“ verdrängt, zeigt die Regierungsbildung. Um Arbeit und Geduld geht es dabei nicht.

          6 Min.

          Seinen ersten „Leck-mich-am-Arsch-Tag“ hat Beppe Grillo 2007 veranstaltet, als Riesendemo gegen die verrottete „Kaste“, gegen das „Establishment“ in Rom. Grillos Beruf war der des Komikers, was er forderte, brachte die Fassaden der Macht ins Wanken: Weg mit den Parlamentariern, die rechtskräftig verurteilt waren, Schluss mit der Finanzierung der parasitären Parteien durch den Staat. Nun ist es Ernst.

          Grillos Nachfolger in der Bewegung Cinque Stelle haben die „Kaste“ aus dem Parlament gedrängt. Mit der Lega Matteo Salvinis bilden sie eine Koalition. Ginge es nach ihnen, hätten sie die Regierungsgewalt schon übernommen. Aber jetzt stehen sie dem Staat gegenüber, und der Staat lässt sie warten. Die Abgeordneten im italienischen Parlament bilden die Regierung ja nicht aus sich heraus – es ist der Staatspräsident, der den Auftrag dazu erteilt. Er prüft die Optionen, er prüft die Personen. Er prüft genau. Revolutionen sind in der italienischen Verfassung nicht vorgesehen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Bernd Lucke : Nazischweine und Gesinnungsterror

          Vom AStA kann man nicht viel erwarten. Aber die Hamburger Regierung und die Universität leisten sich in Sachen Bernd Lucke eine peinliche Vorstellung.