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Berliner Stadtschloss : Umstrittenes Kreuz auf Humboldt Forum aufgesetzt

  • Aktualisiert am

Kurz vor der Krönung: Das Berliner Schloss erhält eine neue Kuppelspitze. Bild: dpa

Steht das Kreuz als Symbol des Christentums auch für Kolonialismus? Das rekonstruierte Stadtschloss in Berlin hat ein Kreuz aufgesetzt bekommen. Für Kritiker hat das Humboldt Forum damit eine Chance vertan.

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          Auf die Kuppel des weitgehend fertiggestellten Humboldt Forums in Berlin ist am Freitag das umstrittene Kreuz aufgesetzt worden. Laterne mitsamt Kreuz erhöhen das 644 Millionen Euro teure Kultur- und Ausstellungszentrum um 12 auf 68 Meter.

          Unter Beobachtung zahlreicher Schaulustiger vor dem Stadtschloss wurde mit einem Schwerlastkran das 17,4 Tonnen schwere Ensemble aus Balustrade mit acht Engeln sowie Dach aus Palmwedeln mit dem Reichsapfel und dem Kreuz aufgesetzt. Die Arbeiten wurden immer wieder von spontanem Beifall begleitet. Die zunächst für den Morgen geplanten Arbeiten waren wegen der Windverhältnisse verlegt worden.

          Das ursprünglich für die Rekonstruktion des Monarchen-Schlosses nicht eingeplante christliche Symbol wird heftig diskutiert. Kritiker sehen darin ein schlechtes Vorzeichen für völker- und religionsübergreifende Themen wie etwa die Restitutionsdebatte um Objekte mit kolonialem Hintergrund. Der religiöse Anspruch des Kreuzes wird zudem betont durch ein Schriftband um die Kuppel, in dem die Unterwerfung aller Menschen unter das Christentum gefordert wird.

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          Die zunächst für September geplante erste Teileröffnung war coronabedingt verschoben worden. Nach drei Eröffnungsetappen soll das Forum bis Herbst 2021 komplett zugänglich sein. Das 40.000 Quadratmeter umfassende Gebäude bespielen künftig die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit zwei ihrer Museen, das Land Berlin und die Humboldt-Universität. Gezeigt werden sollen Exponate aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien sowie Objekte zur Geschichte Berlins.

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