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Umkämpftes Erbe Nepals : Das Tal des Protests

  • -Aktualisiert am

Nach traditioneller Bauart: Der Manimandapa, der Krönungstempel in der Königsstadt Patan, wird nach dem Beben neu überdacht Bild: Christiane Brosius

Nepal gerät beim Wiederaufbau in den Griff chinesischer und indischer Spekulanten. Gegen den Ausverkauf der lokalen Kultur regt sich politischer und kultureller Widerstand.

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          Es geht voran, so der Eindruck eines jeden Besuchers des spektakulären Palastplatzes in der alten Königsstadt Patan, der sich noch an die verheerenden Spuren der Zerstörung nach dem Erdbeben vom 24. April 2015 erinnert. Damals wurden in Sekunden jahrhundertealte Gebäude des Weltkulturerbes dem Erdboden gleichgemacht, nicht zu vergessen die über neuntausend Menschenleben, die das Beben in den betroffenen Regionen forderte. Einige der Tempel sind nun fast wieder aufgebaut und rekonstruiert, überall hört man ein Klopfen, Hämmern, Sägen und Bohren. Obwohl Zement den Wiederaufbau von Häusern dominiert, kann man mit Blick auf die künstlerisch-handwerkliche Expertise einheimischer und externer Architekten und Konservatoren, wie sie etwa im Kathmandu Valley Preservation Trust (KVPT) versammelt sind, sogar von einer Renaissance der traditionellen newarisch-nepalesischen Baukunst sprechen.

          Im Auge eines globalen Sturms baulicher Investitionen

          Aber auf das Beben der Erde folgten soziale und ökonomische Nachbeben. Denn Nepal, besonders das Kathmandu-Tal, gerät immer mehr in den Fokus in- und ausländischer Spekulanten und Großprojekte. Das Land liegt im Auge eines globalen Sturmes von baulichen Investitionen, was erhebliche soziale und kulturelle Turbulenzen nach sich zieht. Bereits während des Bürgerkrieges von 1996 bis 2006 stiegen Landpreise im Kathmandu-Tal rapide. Nun aber erreichen sie Höhen, die sich der Vorstellungskraft durchschnittlicher Nepalesen entzieht. Wenn man sich Investitionen aus den angrenzenden Supermächten öffnet, so hoffen Bürokraten oder private Geschäftsleute, kann Nepal eine strategisch wichtige Wirtschaftszone werden. Die neue demokratisch gewählte Regierung, eine Allianz zweier maoistischer Parteien, lanciert mit tatkräftiger Unterstützung aus Peking und Delhi voller Nationalstolz infrastrukturelle Megaprojekte. Sie beugt sich dabei stärker gen China, was Indien ungern sieht, aber zu konkurrierenden Modernisierungsofferten anspornt.

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