https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ulrike-guerot-ist-eine-heldin-der-querdenkerszene-in-ihrem-buch-plagiiert-sie-18079968.html

Plagiate in ihrem Bestseller : Wie Ulrike Guérot die Wirklichkeit verdreht

  • -Aktualisiert am

Die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot. Bild: Frank Röth

Die Bonner Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot ist eine Ikone der Querdenkerszene: Ihr gestörtes Verhältnis zur Wahrheit dokumentieren ungekennzeichnete Textübernahmen in ihrem Bestseller „Wer schweigt, stimmt zu“. Ein Gastbeitrag.

          6 Min.

          Die Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot wechselte zum Wintersemester 2021/22 von der Universität für Weiterbildung im österreichischen Krems an die Universität Bonn. Sie erhielt in Bonn einen Lehrstuhl für Europapolitik, obwohl sie seit vielen Jahren vorrangig als Publizistin in Erscheinung tritt, nicht als Wissenschaftlerin. An ihrer sowohl in „alternativen“ Medien wie in den Gesprächsformaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks allgegenwärtigen Person scheiden sich die Geister. Kritiker der Pandemiebekämpfung sowie der Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland verehren sie als Ikone der Meinungsfreiheit. Mit dem Einsatz für die Meinungsfreiheit rechtfertigt sie selbst ihre Auftritte bei verschwörungsideologischen Portalen wie „Apolut“, „Rubikon“ oder „Punkt Preradovic“.

          Bis zur eindeutigen Falschbehauptung

          Ihre polemische Kritik der Pandemiepolitik, die sie in die Nähe des Nationalsozialismus rückte, hat sie regelmäßig mit irreführenden Aussagen untermauert, im Spektrum von der Halbwahrheit bis hin zur eindeutigen Falschbehauptung. „Zwei Drittel der deutschen Schüler leiden inzwischen an Depressionen“, sagte sie am 21. Februar 2021 in einer Nachrichtensendung des ORF. Studien gibt es, aber die Zahl war erfunden.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Ein Straßenschild - nachträglich gegendert

          Gendern und Linguistik : „Wir schütteln nur den Kopf darüber“

          Die Ansprüche haben sich geändert: Die Sprachwissenschaftlerin Damaris Nübling über den jüngsten Aufruf gegen gendergerechte Sprache und zum Blick der Linguistik auf die hitzigen Debatten darum, wer wie spricht.
          Nun ermittelt die Justiz gegen sie: die zurückgetretene RBB-Intendantin Patricia Schlesinger.

          Nach Schlesingers Rücktritt : Der RBB liegt in Trümmern

          Zuerst trat sie als ARD-Vorsitzende zurück, dann als Intendantin des RBB. Patricia Schlesinger hat die Reißleine gezogen. So vermeidet sie einen erzwungenen Abgang. Ihr Sender braucht einen Neuanfang, der sich gewaschen hat.