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Was leistet Militärgeschichte? : Erwacht aus einem Friedenstraum

  • -Aktualisiert am

Soldaten der Bundeswehr als Teil der NATO-Mission „Enhanced Forward Presence“ in Litauen, aufgenommen im Oktober 2019 Bild: dpa

Die Militärgeschichte könnte zu einem realistischen Blick auf das Zeitgeschehen beitragen – wenn man ihr denn Aufmerksamkeit schenken würde.

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          Andreas Reckwitz bemerkte kürzlich in der „Zeit“, das Geschichtsbild des liberalen Fortschrittsoptimismus habe keinen Zwang der Gewalt, sondern nur noch den einer zwingenden Strukturentfaltung gekannt. Dagegen habe man nicht sein können, habe sich hier doch eine Moderne entfaltet, die endlich den Zustand des ewigen Friedens durch wirtschaftliche Verflechtung ehemaliger ideologischer Feinde erreicht habe. In dieser restlos globalisierten Welt gebe es „keinen Gegner“ und „keine grundlegenden Konflikte“ mehr. Wenn doch, habe man sie als Anomalien eines ansonsten robusten Gefüges abtun können. Vorwärts immer, rückwärts nimmer: Für Reckwitz war ein Zurück in den überwundenen Zustand nicht möglich, ja nicht einmal „denkmöglich“.

          Dass das alles aber nur „Wunschdenken“ insbesondere der „Westdeutschen“ war, steht für Reckwitz inzwischen so fest wie die Tatsache, dass der Krieg in der Ukraine ein „neues Bild der Weltgesellschaft“ verlange.

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