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Faeser und Heil in Kiew : Sektfoto aus dem Krieg

Gute Stimmung: Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD, links, Anka Feldhusen, deutsche Botschafterin in der Ukraine und Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) treffen Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko (zweiter von rechts) in der Residenz der deutschen Botschafterin. Bild: dpa

Nancy Faeser und Hubertus Heil sind nach Kiew gereist, um sich ein Bild von den Gräuel des russischen Angriffskriegs zu machen. Doch die beiden Minister hatten auch einen Moment lang ziemlich gute Laune.

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          Beim Blick auf dieses Foto aus der vom russischen Angriffskrieg erschütterten Ukraine reibt man sich die Augen: Gibt’s etwas zu feiern? Wurde das besetzte Cherson befreit? Haben wir den Sieg der Ukrainer über den russischen Aggressor verpasst? Mitnichten. Trotzdem posiert da eine strahlende deutsche Innenministerin Nancy Faeser mit einem Sektglas in der Hand, umgeben von Arbeitsminister Hubertus Heil, der deutschen Botschafterin in der Ukraine, Anke Feldhusen, sowie dem Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko auf einem Balkon der Residenz der Botschafterin. Die Vier sind offenbar bestens gelaunt.

          Melanie Mühl
          Redakteurin im Feuilleton.

          Ist es kleinlich, sich wie Twitter-Nutzer unter #Kriegstourismus darüber zu echauffieren, dass ein paar Politiker mit Sekt anstoßen, während im Ukrainekrieg jeden Tag zahllose Zivilisten und Soldaten sterben? Die Ausgelassenheit ist an­gesichts der Umstände, dass die russische Armee Odessa ins Visier nimmt und der Kreml-Außenminister Lawrow gerade erst gesagt hat, es gehe darum, die ukrainische Regierung zu verjagen, durchaus fragwürdig.

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