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Geheimdienst gehackt : Die Waffen der NSA gibt es jetzt im Sonderangebot

Gegen Angriffe nicht gefeit: Das Hauptquartier der NSA in Fort Meade. Bild: AP

Hacker haben offenbar Spionageprogramme der NSA erbeutet. Jetzt bieten sie die Daten zum Verkauf an. Und Wikileaks hat auch schon etwas damit vor. Amerika ist alarmiert.

          Einen Teil ihres Raubguts haben sie am vergangenen Wochenende in der Software-Tauschplattform Github ausgestellt, den anderen wollen sie teuer verkaufen: Über eine halbe Milliarde Dollar verlangen bislang unbekannte Hacker, die sich „Shadow Brokers“ nennen, für Schad-Software, an deren Gefährlichkeit und Bedeutung keiner der führenden IT-Sicherheitsexperten nach einem Blick auf die bislang veröffentlichten Daten zweifelt.

          Im vergangenen Jahr hatte das Kaspersky Lab, unter den großen Cyber-Sicherheitsfirmen diejenige mit dem stärksten Hang zum Spektakulären, eine Hackerorganisation namens „Equation Group“ enttarnt, die zuvor vierzehn Jahre lang unerkannt das Netz unsicher gemacht hatte. Offenbar im Auftrag Amerikas: Ähnlichkeiten ihrer Arbeit und ihres Sprachgebrauchs legen nahe, dass es sich bei der Equation Group um eine Einheit der NSA handelt. Jetzt stehen Teile ihrer Waffen zum Verkauf.

          China, Iran und Russland waren die Ziele

          Die Publikation des Codes könnte „schwerwiegende Folgen für die Spionage-Operationen der Behörde“, für die Sicherheit von Computern in Regierungen und Unternehmen in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern haben, schrieb die „Washington Post“. Nach Informationen der „New York Times“ wurde die Software überwiegend eingesetzt, um in Computer-Netzwerke in China, Iran und Russland einzudringen. Zu den veröffentlichten Daten gehören Sicherheitslücken in den Produkten von Unternehmen wie Fortinet, einem Anbieter von Sicherheitssoftware, oder den Netzwerk-Anbietern Cisco und Juniper Networks. Fortinet und Cisco haben inzwischen mit Warnhinweisen an ihre Kunden auf diese Schwachstellen hingewiesen - und sie zugleich bestätigt.

          Der frühere Geheimdienstarbeiter Edward Snowden, dessen Enthüllungen die Überwachungsprogramme der NSA bekannt gemacht hatten, vermutet Russland hinter der Veröffentlichung. Er deutet sie als Warnung an die amerikanische Regierung und stellt einen Zusammenhang zu den jüngsten Cyber-Angriffen auf die Parteizentrale der Demokraten her, hinter denen ebenfalls Russland vermutet wird. Die Publikation könne „ein Versuch sein, die Kalkulationen der Entscheidungsträger zu beeinflussen, die überlegen, wie hart sie auf die Hackerangriffe“ reagieren sollten, schrieb Snowden auf Twitter. Anscheinend wolle jemand signalisieren, dass eine „Eskalation“ nach diesen Cyberattacken „schnell schmutzig werden könnte“.

          In die Aufregung hat sich auch die Enthüllungsplattform Wikileaks eingeschaltet und mitgeteilt, sie sei ebenfalls im Besitz der Cyber-Waffensammlung der NSA und werde eine eigene, unverfälschte Kopie „zu gegebener Zeit“ veröffentlichen. Das dürfte den Preis für das Raubgut der „Shadow Brokers“ deutlich senken.

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