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Geheimdienst-Hack : Wer bietet mehr für die heimlichen Hintertüren?

  • -Aktualisiert am

Die „Equation Group“ agieren wie Diebe, nur das wir den Einbruch nicht bemerken. Denn sie haben heimliche Hintertüren und noch dazu Abmachungen mit den Produzenten der Türen und Schlösser. Bild: dpa

Geheim, geheimer, öffentlich: Was „The Shadowbrokers“ beim Hack der zur NSA gezählten „Equation Group“ erbeutet haben. Wem das Bekanntwerden dieser Cyber-Waffen nützt. Und worüber einmal mehr nicht gesprochen wird.

          Bei Auktionen kann man manchmal ein Schnäppchen erstehen oder sich im Wettbewerb mit anderen Bietern in schwindelnde Preisregionen bewegen. Das ist beides nicht sehr wahrscheinlich für die Auktion, die momentan läuft und digitale Angriffswaffen der NSA zu versteigern trachtet. Eine vorher nicht in Erscheinung getretene Gruppe mit dem Namen „The Shadowbrokers“ gibt an, die Ware auf den Servern der NSA erbeutet zu haben.

          Dass die Herkunft dieser Angriffswerkzeuge beim schattenhaften technischen Geheimdienst der amerikanischen Regierung und seinen Getreuen zu suchen ist, belegen neue Dokumente, die Edward Snowden den Journalisten von „The Intercept“ übergab. Das Auktionsangebot beinhaltet demnach NSA-Software, mit der Computer zu Spionagezwecken heimlich infiziert werden können. Es geht um Angriffswerkzeuge der „Equation Group“, deren Existenz im vergangenen Jahr bekannt und der NSA zugerechnet wurde und die in drei Dutzend Ländern professionell in Rechner eingebrochen ist.

          Was muss man sich unter solchen Angriffswaffen vorstellen? Die „Equation Group“ baute eine Reihe modular erweiterbarer Werkzeuge zusammen, um damit gezielt Verschlüsselungs- und Sicherheitssysteme aushebeln zu können. Wenn man auf der Suche nach Passwörtern ist, wird dem Opfer ein sogenannter Keylogger untergejubelt, der alle Tastatureingaben aufzeichnet. Andere Spionagesoftware der geheimen Truppe liest den Speicher von Browsern aus, um einen Blick darauf zu werfen, wohin jemand geklickt hat. Man programmierte sich auch ein praktisches Modul, um die Webcam oder das Mikrofon an Rechnern heimlich zu aktivieren.

          Gehackte Hacker der NSA

          Beim professionellen Hacking der „Equation Group“ setzt sich eine Tradition fort, die in der NSA und ihren Vorläufern seit Jahrzehnten gepflegt wird: Schon in den fünfziger und sechziger Jahren, als Rechner noch ganze Räume füllten, hatten Geheimdienste nicht nur Unsummen für den Kauf der Systeme ausgegeben. Sie waren auch immer Geldgeber für die Weiterentwicklung der Computertechnik. So ist es heute nur konsequent, sich bezahlte Hackertruppen zu halten, die versuchen, digitale Angriffswaffen zu bauen, weiterzuentwickeln und zu erforschen.

          Aber mögen diese bezahlten Hacker vielen als fast allmächtige Gestalten erscheinen: Niemand ist unfehlbar. Gerade für die NSA ist es allerdings besonders peinlich und eine öffentliche Blamage, wenn die eigenen Angriffswaffen jetzt zur Auktion feilgeboten werden. Doch wer hackte die NSA-Hacker? Eine sinnvolle These äußerte Edward Snowden, der darauf hinwies, dass es vor allem um die Zurechenbarkeit von digitalen Angriffen geht. Die Werkzeuge der „Equation Group“ wurden bereits teilweise analysiert, aber niemand musste sich der Operationen schuldig bekennen oder sich rechtfertigen, nach welchem Recht und Gesetz das Hacking vollzogen wird. Denn man vergisst es manchmal: Auch Geheimdienste operieren nicht im rechtsfreien Raum.

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