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Überwachung im Supermarkt : Sie erkennen dich am Knochenbau

Kein Ladendieb: Mit „Pick & Go“ können die Waren auch in einem Kölner Rewe direkt im Rucksack verstaut werden – bezahlt wird per App. Bild: Stefan Finger

In Berlin testet Rewe jetzt, wie gut Überwachung im Supermarkt ankommt. Wer eine „Pick&Go“-App geladen hat, darf seinen Einkauf direkt in den Rucksack stecken. Ein Selbstversuch.

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          In Berlin kann man jetzt an einem Experiment teilnehmen, das das noch nicht digitalisierte Leben (auch Real-Life genannt) erheblich verändern könnte. Schauplatz ist ein Rewe-Supermarkt in der Schönhauser Allee, ein eher kleiner Laden gleich neben einem auf Pop und Ironie Wert legenden Sex-Shop und einem Geschäft, das gute alte Dinge recycelt und in dessen Showroom man ein verblichenes rotes Schild mit der Aufschrift „Der Plan ist unser Kampfprogramm“ erkennt. Die kuschelige Prenzlauer-Berg-Nachbarschaft ist wichtig für den Plan, den Rewe hat: Es geht darum, die Kunden an die Idee zu gewöhnen, dass gerade auch ihre vertraute analoge Welt durch digitale Überwachung noch an Attraktivität gewinnt.

          Mark Siemons
          Feuilletonkorrespondent in Berlin.

          In diesem Laden besteht der Gewinn in einem „friktionslosen Einkaufserlebnis“: Jeder, der eine „Pick&Go“-App auf sein Smartphone geladen und dort auch seine Kreditkarte hinterlegt hat, darf seine Kartoffelchips oder Schokoladentafeln direkt in den Rucksack stecken und muss dafür an der Kasse nicht mehr bezahlen. Das Unternehmen hat nämlich an den Decken vierhundert intelligente Kameras und in den Regalen mehr als tausend Gewichtssensoren installiert, ganz zu schweigen von den sechs Kilometer Highspeed-Netzwerkkabeln, sodass den im Hintergrund wirkenden Maschinen nicht die geringste Bewegung im Geschäft entgeht.

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