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Politikerin Kamala Harris : Ist das militant liberal?

Wer Recht will, muss Macht wollen, wo Unrecht Macht hat: Kamala Harris bei einer Rede gegen Donald Trump. Bild: AP

Die amerikanische Senatorin Kamala Harris vertritt sowohl soziale Reformideen wie Elemente sogenannter „Identitätspolitik“. An ihr lässt sich zeigen, warum dieses Etikett nicht nur in ihrem Land so hart umkämpft ist.

          5 Min.

          Helfer und Beraterinnen hielten die Kandidatin Kamala Harris 2003 für übergeschnappt, als sie ihr San-Francisco-Wahlkampfbüro ausgerechnet in der Gegend von Bayview-Hunters Point einrichten wollte, um Bezirksstaatsanwältin zu werden. Schwarze Mittelstandsanwartschaft war vor Generationen hergezogen, als man kriegswichtige Schwerindustrie aufgezogen hatte. In den Fünfzigern kam der Prosperitätskollaps. „Als die Werften verschwanden“, erklärte die Kandidatin im Rückblick, „kam nichts nach. Schöne alte Häuser wurden mit Brettern verrammelt, Boden, Wasser und Luft waren vergiftet, Drogen, Gewalt und Armut herrschen hier.“ Not, Rassismusfolgen und Kriminalität ergänzen einander in den schlimmsten Stadtgebieten der Vereinigten Staaten noch heute zur unentrinnbaren Falle.

          Dietmar Dath

          Redakteur im Feuilleton.

          Zehn Jahre nach ihrem Sieg von 2003 fand Harris eine Statistik, derzufolge landesweit immer noch 95 Prozent aller gewählten Strafverfolger weiß waren. Sie gehört nicht zu dieser Gruppe, ihre Vorfahren stammen aus Jamaika und Indien. Inzwischen kalifornische Senatorin, hat sie auch eine Präsidentschaftskandidatinnenkampagne hinter sich, die sie nach schwachen Umfrage-Ergebnissen aufgab. Jetzt wird sie als mögliche Vizepräsidentin einer Regierung Biden gehandelt, deren Profil, abgesehen vom versprochenen Bruch mit Trumps Wahnsinn, bislang arg unterbestimmt ist.

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