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Trump und die Rechtsradikalen : Im weißen Widerstand

Fackelzug amerikanischer Rechtsradikaler, Charlottesville, 11. August 2017 Bild: EDU BAYER/The New York Times/Red

Nach dem Amoklauf von El Paso lässt es sich nicht mehr kleinreden: Von rechtsradikalem Terror geht die größte Gefahr in den Vereinigten Staaten aus. Wie hält man ihn auf? Und wie hält der Präsident es mit „White Supremacism“?

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          „How do you stop these people?“ Das fragte Präsident Donald Trump im Mai auf einer Wahlkampfveranstaltung in Florida – mit „these people“ meinte er die Migranten aus Lateinamerika. Als Reaktion schallte ihm ein „shoot them!“ entgegen. Heute muss die Frage wieder gestellt werden. Aber in umgekehrter Zielrichtung: Wie lassen sich jene aufhalten, die sich von der umfassenden Verrohung in Sprache, Demagogie und Umgangsformen bis hin zum unverhohlenen Gewaltaufruf, von der die Amtszeit dieses Präsidenten gekennzeichnet ist, aufgefordert fühlen, zur Schnellfeuerwaffe zu greifen und Menschen zu erschießen, vorzugsweise solche mit anderer Hautfarbe? Und in Kauf nehmen, wenn auch einige dabei sind, die sie eigentlich nicht gemeint haben?

          Verena Lueken

          Redakteurin im Feuilleton.

          Wie hält man diese Leute auf? „These people“, die Terroristen der sogenannten White Supremacy, die jetzt auch von den amerikanischen Sicherheitsbehörden so genannt werden? Das FBI sagt, es hätte gewarnt, aber ihm seien notwendige Mittel gekürzt worden. Der Präsident sagt, er sei gegen Rassismus und die Ideologie der weißen Überlegenheit, räumt aber mit keinem Wort ein, dass er mit seinen eigenen Hassreden möglicherweise einen Anteil an deren Verbreitung trage und seine Rhetorik in Zukunft zügeln, wenigstens überdenken werde. Anders als sonst war über Trump von Trump im Zusammenhang mit der größten Bedrohung, der sich die Vereinigten Staaten seit den islamistischen Terroranschlägen des 11. September 2001 ausgesetzt sehen, nichts zu hören.

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