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Wie sich Sprache verändert : Ein Dankeschön für das Dativ-e

  • -Aktualisiert am

Plakate, die die Fälle Nominativ, Akkusativ und Dativ erklären, hängen an einer Wandtafel in einem Berliner Gymnasium. Bild: dpa

Warum wandelt sich die deutsche Sprache? Grammatischer Sprachverfall kann auch ganz andere Gründe haben als die bloße Nachlässigkeit der Sprecher.

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          Wörter kommen und gehen, ihre Schreibweisen, ihre Aussprache und ihre Bedeutung ebenfalls. Weitgehend Einigkeit besteht darüber, dass unser Wortschatz nie so groß war wie jetzt, elektronische Corpora weisen mehr als vier Millionen Wörter aus. Die 140000 Einträge des Rechtschreib-Dudens fallen da kaum auf. Allerdings ist die Verfügbarkeit des Wortschatzes auf Sprechergruppen ähnlich ungerecht verteilt wie das Vermögen auf Bevölkerungsgruppen.

          In jüngerer Zeit haben Kasusformen besondere Aufmerksamkeit gefunden, und zwar insofern, als sie die vom Verb abhängigen Objekte betreffen; das sind Dativ, Genitiv und Akkusativ, weniger der Subjektkasus Nominativ, der Casus rectus. Beim Dativ geht es häufig um das sogenannte Dativ-e, das Grammatiken oft als obsolet bezeichnen. Entsprechend gilt es der Sprachkritik als ein Beispiel für die Verarmung des Formenbestandes. Bekannt ist aus umfangreichen Korpusuntersuchungen eine kontinuierliche Abnahme der Verwendung des Dativ-e zwischen dem vierzehnten und achtzehnten Jahrhundert bei starker regionaler Variation.

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