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Feinstaub-Debatte : Wir brauchen striktere Grenzwerte – vor allem für unsere Kinder

Hohe Feinstaubwerte sind besonders für Kinder belastend, sagen Forscher und pochen auf striktere Grenzwerte. Bild: Picture-Alliance

Diabetes, Depressionen, Angstzustände: Das soziale Gift sind nicht die Grenzwerte. Dreckige Luft schadet unserer Gesundheit massiv. Besonders betroffen sind Kinder. Eine Analyse.

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          Die Einführung der Umweltplakette in Leipzig hat dazu geführt, dass die Ultrafeinstaub- und Rußpartikelkonzentration in sieben Jahren um die Hälfte gesenkt wurde. Ist das Masochismus? Verkehrsminister Andreas Scheuer meint, die „masochistischen Debatten“ im Land, die zu immer saubererer Luft geführt haben, sollten beendet werden. Den Gefallen tut ihm nur keiner. Alfred Wiedensohler nicht, der, vom Bund finanziert, am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung den Leipziger Befund in die Debatte eingebracht hat. Auch der Rest der Forschergemeinde nicht.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Sie alle wollen nicht, dass der Gesundheitsschutz ausgerechnet von Lungenärzten geschliffen wird. Und genauso in Brüssel, wo der deutsche Verkehrsminister schon vorstellig wurde, weil ihm die Grenzwerte zum Hals raushängen. Pech für ihn: Die „Fortschreibung der Grenzwerte“, wie es beim Umweltbundesamt heißt, liegt bei der EU-Kommission praktisch schon auf dem Tisch. Die Weltgesundheitsorganisation hatte schon 2013 nach einem Bericht externer Gutachter zum Zusammenhang von Feinstäuben und Gesundheit die EU-Grenzwerte unmissverständlich kommentiert: Senken, lautet die Empfehlung.

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