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Pro Trigger-Warnungen : Traumata sind real

Die Gleichstellungsbeauftragten der nordrhein-westfälischen Hochschulen weisen darauf hin, „dass jeder Lehrende in seiner Karriere mit Studentinnen und Studenten interagieren wird, die persönliche Erfahrung mit sexualisierter Diskriminierung und/oder Gewalt gemacht haben“. Daher raten sie, bei der Behandlung von Stoffen wie der Geschichte von Tarquinius und Lucretia vorab einen Hinweis zu geben. Das Gemälde von Rubens hängt in der Eremitage. Bild: Wikimedia Commons

Die Universität Bonn weist ihre Lehrkräfte darauf hin, wie sie Studenten mit potentiell traumatisierendem Lehrstoff konfrontieren sollen. Das ist sinnvoll und schützt Studenten mit seelischen Leidensgeschichten.

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          Das Wort „Trauma“ ist ein Fachbegriff aus der Wissenschaft, der als gesunkenes Kulturgut in der Alltagskommunikation ungeheure Resonanz findet und als symptomatisch für unsere Zeit gelten darf. Im Alltag wird aus dem Kontext meist unmittelbar klar, wie das Wort und seine Ableitungen gemeint sind. Wenn zum Beispiel jemand von einem Termin auf einer Behörde zurückkehrt und beklagt, dass die lange Wartezeit ihn traumatisiert habe, wird der Empfänger wohl sofort wissen, ob diese Übernahme einer fachsprachlichen Redeweise in den Alltag einfach nur ironisch gemeint ist oder vielleicht doch in dem Sinne ernst, dass der Betroffene die vertane Zeit als psychische Belastung erlebte, deren Vermeidung von einer staatlichen Dienstleistungsagentur verlangt werden darf.

          Lesen Sie auch den Kontra-Kommentar zu den Inhaltshinweisen der Bonner Uni: „Die Helikopter-Uni“

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