So wird man Soziologe :
Vom fliegenden Teppich

Von Tilman Allert
Lesezeit: 8 Min.
Die größte Herausforderung fürs Raumverständnis des Vaters: ein Hanomag-Sturm
Mein Weg in die Soziologie verlief schnurgerade. Er ist die Konsequenz aus der unwahrscheinlichen Lebens- und Liebesgeschichte meiner Eltern. Ein Gastbeitrag.

Versetzen wir uns für einen Moment in die Sechzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts. „I have a dream“, im August 1963 fand Martin Luther Kings Marsch auf Washington statt. Im November 1963 war Kennedy ermordet worden. Die Sechzigerjahre: Von ersten Konzerten Bob Dylans und Joan Baez hatte ich gehört. Im Sommer 1966 begann das Studium in Freiburg. 1967 während der Semesterferien besuchte ich die Eltern. Unser Vater, Internist, Leiter des Städtischen Krankenhauses, freute sich auf seinen Ruhestand, das erste Enkelkind war geboren. Gute Nachrichten kamen aus Bombay: 1964 war meine ältere Schwester Ursula nach Indien ausgewandert. Auf einem Gruppenleitertreffen in Venedig hatte sie sich verliebt. Sie und mein späterer Schwager waren engagiert in einem Verein für Schüleraustausch. Der nannte sich „Experiment in International Living“. Von „Living“ zu „Loving“, das könnte ein Beatles-Titel sein.

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