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Ins Offene I: Studenten schlagen für Frankfurt ein Interimstheater vor, bei dem auch das Dach zur Tribüne wird. Bild: Patricia Majluf, Universität Kassel

Marode Theaterbauten : Muss die Zukunft unserer Bühnen wirklich Milliarden kosten?

Mit 874 Millionen Euro rechnet die Stadt Frankfurt für den Neubau von Theater und Oper. Es ist gut, wenn sich eine Gesellschaft ihre Kulturbauten viel kosten lässt. Aber wie viel Techno-Luxus muss wirklich sein?

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          Das war’s. Es ist vorbei. Wenn man dem Prüfbericht und den Schlussfolgerungen folgt, die Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig daraus zieht, ist das Doppeltheater am Frankfurter Willy-Brandt-Platz nicht zu sanieren. Die Stadt rechnet einen zwingenden Abriss herbei: Wenn man nur das Nötigste mache, lande man bereits bei einer beachtlichen Summe von 826 Millionen Euro. Die „verbesserte Sanierung“, bei der „gewisse Grundmakel wie die vielen unterschiedlichen Ebenen und Treppen bestehen“ blieben und es auch gar nicht zu „Verbesserungen der künstlerischen Bedingungen“ komme, koste sogar 918 Millionen – womit beide Varianten „nicht zukunftsfähig, nicht wirtschaftlich und nicht nachhaltig“ seien. Hartwig spricht sich dementsprechend für Neubauten aus, die den „Stand der Technik“ erfüllen und einen „zukunftsfähigen“ Betrieb ermöglichen.

          Niklas Maak

          Redakteur im Feuilleton.

          Es bleiben damit nur zwei Varianten übrig – der Bau einer neuen Doppelanlage für Theater und Oper am selben Standort, was nach den Rechenspielen der Berichtsverfasser mit 874 Millionen Euro zu Buche schlagen würde, oder zwei Neubauten an zwei verschiedenen Stellen der Stadt. Das bedeutet wahrscheinlich, dass das Theater am Willy-Brandt-Platz bliebe und die Oper „an einen zentral gelegenen Standort“, etwa an den Osthafen zieht. Die Kosten dafür werden mit 809 Millionen Euro beziffert, weil man in diesem Fall nur eine Interimsspielstätte benötigte.

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