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Textanalyse der Rechten : Mit Hitlerlektüre Höcke verstehen?

Björn Höcke ist der Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahlen in Thüringen. Bild: Marina Pepaj

Enthüllung durch Textabgleich ist eine allzu riskante Strategie im journalistischen Kampf gegen rechts: Ein Antifaschismus, dessen Wehrbeitrag zur Demokratie sich in schwarzen Wörterlisten erschöpft, beschränkt den demokratischen Streit.

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          Unsere linken Verfassungspatrioten haben einen neuen Helden. David Gebhard, der ZDF-Journalist, der den thüringischen AfD-Vorsitzenden Björn Höcke dazu brachte, ein Interview abzubrechen, welches das ZDF dann trotzdem gesendet hat, soll einen Meisterstreich politischer Aufklärung vollbracht haben. Der intellektuelle Arm der Antifa rühmt die Interview-Aktion als Musterleistung eines republikanischen Enthüllungsjournalismus kämpferischen Stils, der die Staatsfeinde auf der Rechten dazu bringen soll, sich selbst zu dekuvrieren.

          Patrick Bahners

          Feuilletonkorrespondent in Köln und zuständig für „Geisteswissenschaften“.

          Der Publizist Andreas Kemper, der die vom Verfassungsschutz als nahezu unwiderleglich eingestuften Belege für die Vermutung gesammelt hat, dass Höcke früher unter einem falschen Namen in Blättchen der NPD publiziert habe, schrieb auf Twitter: „Interviews sollten generell so aussehen wie das von Gebhard.“ Die österreichische Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl lobt, dass das ZDF-Team sich „eine Strategie zurechtgelegt“ habe. Als „riskanten Move“ würdigt sie, dass die Fernsehjournalisten sich entschieden hätten, „mit Höcke exklusiv Sprach- und Ideologieanalyse zu machen“.

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