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Teslas Gigafactory : Ein Raumschiff landet in Brandenburg

So soll sie aussehen, Teslas Gigafactory, wenn sie nächsten Sommer eröffnet. Bild: dpa

Zu groß, um zu scheitern? Vermutlich. Zu hochfahrend, um auf Dauer erfolgreich zu sein? Vielleicht. Elon Musk ist Unternehmer, Visionär, Prophet. Ganz Brandenburg wartet in dieser Woche auf seine Ankunft.

          9 Min.

          Erst einmal kommt Wald. Viel Wald. Kiefern – was auch sonst im Berliner Umland. Vertrocknet stehen sie am Landstraßenrand und lassen die Äste hängen. Die Dürre hat sie viel Kraft gekostet. Das Grundwasser ist niedrig, obwohl die Bäume in einem Trinkwasserschutzgebiet stehen, die Fledermäuse, die einmal in ihren Kronen schliefen, sind längst weggezogen. Dann endet plötzlich der traurige Kiefernwald und gibt den Blick frei auf eine gerodete Fläche mit Kränen, Baggern und Betonfundamenten. Dreihundert Hektar groß ist die berühmteste Baustelle des Landes. Der amerikanische Elektroautobauer Tesla plant für den nächsten Sommer die Eröffnung seines vierten Unternehmensstandorts. Hier, mitten in der ostdeutschen Provinz, im bevölkerungsschwachen Brandenburg, zehn Autominuten entfernt von der märkischen Kleinstadt Grünheide oder eben auch: Hier, mitten in der Idylle, auf dem entschleunigten Land, nur fünfundvierzig Zugminuten von Berlin entfernt, soll der Europastützpunkt von Tesla entstehen.

          Simon Strauß

          Redakteur im Feuilleton.

          Als Elon Musk im vergangenen November auf eine Bühne in Berlin trat, um mit dem „Goldenen Lenkrad“ eine der wichtigsten Auszeichnungen der internationalen Automobilbranche entgegenzunehmen, merkte man ihm die Nervosität an. Im schwarzen Sakkomantel marschierte er auf Moderatorin Barbara Schöneberger zu und schüttelte ihr steif die Hand. Sein Körper wirkte massiv, fast ein bisschen bedrohlich, während seine Bewegungen die Unsicherheit eines Computer-Nerds ausstrahlten, der gerade widerwillig aus seinem Keller ans Tageslicht gezogen wurde.

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