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Taiwan nach Pelosis Besuch : Unterdrückung? Das kennen wir!

  • -Aktualisiert am

Das ungeliebte Erbteil der Diktatur in Taiwan: abgeräumte Chiang-Kai-shek-Statuen in Cihu Bild: Reuters

Die Erschütterung ist am wenigsten dort zu spüren, wo sie ausgelöst worden sein soll: in Taiwan. Eine Reise durch ein Land, das sich nach der Abreise von Nancy Pelosi selbst beweist, dass das Leben unverändert weitergeht.

          7 Min.

          Chiang Kai-shek kommt in vielen Größen, Farben und Posen. Mal steht er kerzengerade mit einem Stock in der rechten Hand, während die linke in die Hüfte gestemmt ist, mal hält er ein Buch hoch, oder er sitzt in ikonographischer Anlehnung an Buddha milde lächelnd auf einem Thron, so etwa als riesige Figur in der nationalen Ge­dächtnisstätte in Taipeh.

          Gina Thomas
          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Es gibt ihn auch zu Pferd sowie in der Anmutung des gütigen Landes­vaters von Kindern umringt. Im Jahr 2000 sollen in Taiwan an die 43.000 Statuen des 1975 gestorbenen Generalissimus gezählt worden sein. Sie waren im Rahmen seines Personenkultes und der damit verbundenen „Re-Sinifizierung“ der ehemaligen japanischen Kolonie während Chiangs Präsidentschaft und der seines Sohnes und Nachfolgers Chiang Ching-kuo in öffentlichen Plätzen und Einrichtungen errichtet worden und wirken wie nach einem Musterbuch gefertigte Artikel. Seit dem Übergang zur Demokratie mit der Aufhebung des Kriegsrechts 1987 und der ersten freien Präsidentschaftswahl von 1996 haben einige Behörden und Institutionen, die solche Statuen besaßen, diese dem Skulpturenpark von Cihu etwa dreißig Kilometer südwestlich von Taipeh gestiftet.

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