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Alles Öko? : Tage der Moralisten

Löst das Welthunger-Problem auch nicht: Ein als Ronald McDonald verkleideter Demonstrant fordert an Eröffnungstag des Weltwirtschaftsforums in Davos, „Eat the Rich“. Bild: Bloomberg

„Öko“ regiert Davos und die Grüne Woche: Alle ächzen unter der moralischen Last der Bewegung, nicht einmal die Biobauern atmen auf. Denn wer die Welt ernähren will, hat es schwer, die höchsten ethischen Standards zu erfüllen.

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          Wo bitte ist das Ventil, so klingt das in Davos, so klingt es seit Tagen auch auf der Grünen Woche. Wirtschaftsführer, Bauern, Politiker, Klimaaktivisten – ausnahmslos alle, auch die Sattesten, Reichsten und Mächtigsten, fühlen sich entweder unheimlich beklommen oder am Pranger „religiöser Eiferer“. Der moralische Druck, dem sie sich ausgesetzt sehen, ist in drei Buchstaben zu fassen: Öko. Wie lange war das eine politische Marginalie? Plötzlich lassen die Ökos die Puppen tanzen.

          Einzig der Hans-guck-in-die-Luft auf der Weltbühne, der amerikanische Präsident, scheint das mit der ihm eigenen Kaltschnäuzigkeit mühelos zu verkraften. Donald Trumps gestrige Amerika-Eloge „vom größten Boom, den die Welt jemals gesehen hat“ war natürlich an keinen anderen gerichtet als an sich selbst, und was die Welt davon hat, wenn die amerikanische Umweltgesetzgebung von ihm systematisch rückabgewickelt wird wie in diesen Tagen, versuchte er den Davoser Gästen erst gar nicht zu begründen.

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