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Suizidbeihilfe in Amerika : Sterben für den guten Zweck?

  • -Aktualisiert am

In Deutschland steht der freiwilligen Instrumentalisierung des Sterbens zum guten Zweck noch einiges entgegen. Bild: dpa

In Amerika erhoffen sich Transplanteure einen offeneren Umgang mit der Suizidbeihilfe. Sie wittern auch eine Chance, die Entnahme von Organen zu Lebzeiten zu etablieren. Taugt das als Vorbild für Deutschland?

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          Ein Lehrstück, wie die Liberalisierung der Suizidbeihilfe die Kultur der Medizin verwandelt, ist jetzt nachzulesen im renommierten „New England Journal of Medicine“. Dort berichten kanadische Ärzte über dreißig Fälle erfolgreicher Organentnahme, nachdem die Spender ein tödliches Gift selbst eingenommen hatten oder dies von Ärzten verabreicht wurde.

          In abstrahierender Weise sprechen die Berichterstatter nicht von Tötungshandlungen. Die Mediziner bevorzugen das Kunstwort MAID: medical assistance in dying. Ob als Suizidhilfe oder aktive Sterbehilfe, MAID ist seit dem Jahr 2016 aufgrund eines Spruches des höchsten Gerichts in Kanada entkriminalisiert. Die Autoren gehen von mindestens zweitausend Fällen im Jahr aus. Darin erkennen Ian Ball und Robert Sibbald eine attraktive Ressource für die Organspende. Sie rückt das medizinisch beschleunigte Sterben in ein positives Licht, umgibt es mit dem Anspruch des Altruismus.

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