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Suizid in der Literatur : Wer reichte Werther die Pistole?

  • -Aktualisiert am

Der Selbstmord des Protagonisten in Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ löste eine Welle von nachfolgenden Suiziden aus. Bild: Gerd Kittel

Der Suizid war in der Literatur immer eine große Idee. Was kann man mit ihr nach dem neuen Sterbehilfeurteil noch anfangen?

          5 Min.

          Wir wissen aus zweiter Hand, aus den Überlieferungen von Valerius Maximus, und aus dritter, aus Louis Lewins bis heute den Standard markierender Studie „Die Gifte in der Weltgeschichte“ (1920), einigermaßen darüber Bescheid, dass und wie man in der Antike mit Gift, insbesondere in Form des notorischen Schierlingsbechers, nicht nur zum Tode Verurteilte hinrichtete beziehungsweise diese zur Einnahme zwang, sondern auch, dass Lebensmüde genauso, wenn man so sagen darf: in dessen Genuss kamen, und zwar mit Duldung oder sogar auf Veranlassung offizieller staatlicher Stellen wie beispielsweise eines Magistrats.

          Edo Reents

          Redakteur im Feuilleton.

          In den überlieferten Schilderungen tragen Selbsttötungen, auch die per Todesurteil erzwungenen (Sokrates, Seneca), unverkennbar heroischen Charakter; die außerordentliche Gefasstheit der Sterbenden wird übereinstimmend gerühmt. Mit dem Aufkommen der monotheistischen Religionen war es mit dem Rühmen dann vorbei; der „Selbstmord“, wie man ihn nannte, gilt bekanntermaßen als Sünde.

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