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Handel mit Kulturgütern : Die Sache mit den Ausfuhrpapieren

  • -Aktualisiert am

Eine Frage der Provenienz: Die hier gezeigten Benin-Bronzen aus dem Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe sollen künftig im Humboldt Forum in Berlin zu sehen sein. Doch es gibt eine Rückgabeforderung aus Nigeria. Bild: dpa

Forschungsinstitute haben im politischen Auftrag den illegalen Kunsthandel untersucht. Schon vor dem Abschlussbericht gibt es Streit über die Ergebnisse.

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          Um eine schlagkräftige Vertretung ihrer Belange zu gewährleisten, haben sich die wesentlichen Verbände des Kunsthandels Ende 2018 in der „Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel“ zusammengeschlossen. Die Interessengemeinschaft beerbt das „Aktionsbündnis Kulturgutschutz“, das in den Jahren 2015 und 2016 zahlreiche Einwände gegen das neue Kulturgutschutzgesetz unter der Ägide von Kulturstaatsministerin Monika Grütters vorgebracht hat. Es geht nicht nur um den guten Ruf einer Branche, sondern um die Verteidigung eines mittelständischen Geschäftsmodells, das von vielen Seiten unter Druck gerät.

          Neben dem Kulturgutschutzgesetz sorgen die Abschaffung der ermäßigten Mehrwertsteuer im Jahr 2014, die fünfte EU-Geldwäscherichtlinie, die den Kunstmarkt explizit erwähnt, und die EU-Einfuhrverordnung für Unmut unter den Händlern. Die pointierten Pressemitteilungen der Interessengemeinschaft signalisieren hohe Dringlichkeit. So lief im Januar die Meldung unter dem Titel: „Außer Spesen nichts gewesen?“ Gemeint war die Evaluierung des Kulturgutschutzgesetzes, die den Mehraufwand des Handels – insbesondere durch die stark erhöhten Sorgfaltspflichten – erst im zweiten Durchgang 2021 unter die Lupe nehmen soll. Im März hieß es dann: „Politischer Wille statt Fakten“. Das zielt auf die seit dem Syrien-Konflikt vieldiskutierte These, der Schwarzmarkt mit Raubkunst, insbesondere aus Krisengebieten, sei ähnlich lukrativ wie der Drogen- und Waffenschmuggel – also ein globales Milliardengeschäft – und spiele dem sogenannten „Islamischen Staat“ in die Hände.

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