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Amerika und der technische Fortschritt : Hauptsache, die Zukunft ist weit genug weg

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So sehen viele Amerikaner die Zukunft: Mit Weltraumschiff (hier ein Model des „Starship Enterprise“ auf Star Strek) auf zu neuen Welten. Bild: AP Photo/Mark Avino, National Air and Space Museum

Die Amerikaner, das hat eine neue Studie ergeben, freuen sich auf die technischen Errungenschaften der Zukunft – theoretisch. Künstlich erzeugtes Fleisch und fahrerlose Autos selbst erleben möchten sie aber lieber nicht.

          Das Pew Research Center hat in Zusammenarbeit mit dem Smithonian Magazine tausend Amerikaner nach ihrer Meinung zu möglichen technischen Neuerungen der näheren und ferneren Zukunft befragt.

          An Optimismus, so viel steht fest, fehlt es den Amerikanern zumindest nicht: 81 Prozent der Befragten glauben, dass in fünfzig Jahren menschliche Ersatzteile im Labor gezüchtet werden können. 39 Prozent halten auch Teleportation – also das Beamen von Objekten – für möglich, und jeder dritte glaubt an die Besiedlung fremder Planeten. Diese und andere Errungenschaften des technischen Fortschritts, das denkt eine Mehrheit von 59 Prozent, werden das Leben besser machen – zumindest auf lange Sicht.

          Fliegende Autos gerne, fahrerlose eher nicht

          Der Weg in diese gloriose Science-Fiction-Zukunft allerdings scheint den Amerikanern dann doch nicht ganz geheuer zu sein: So sehr sich auch alle darauf freuen, dass kaputte Organe in Zukunft durch Laborzüchtungen ersetzt werden können, so wenig sind sie bereit, ebenfalls aus der Reagenzschale stammendes Fleisch zu essen: Nur jeder fünfte könnte sich das vorstellen.



          Im Bereich der Transportmittel verhält es sich ähnlich: Auf Platz eins der zukünftigen Erfindungen, die Amerikaner gern ihr eigen nennen würden, liegen fliegende Autos. Sich einmal in ein fahrerloses, automatisch gesteuertes Auto zu setzen, das kann sich aber nur knapp die Hälfte der Befragten vorstellen.

          Die Zukunft kann ruhig kommen, irgendwann

          Der Fragebogen legt durch die Kombination von Fragen nach technischen Neuerungen in fernerer und näherer Zukunft einen Widerspruch offen: Den Fortschritt finden wir gut, solange er weit genug von uns weg liegt. In unserem eigenen Leben möchten wir seine Auswirkungen lieber nicht zu spüren bekommen.

          Vielleicht hat es auch damit zu tun, und nicht allein mit dem Konsum von Science-Fiction-Filmen, dass die Amerikaner so gerne ans Beamen und Bevölkern fremder Planeten glauben: Es ist so fantastisch, dass man sich den Auswirkungen, die es tatsächlich auf das Leben hätte, nicht allzu ernsthaft stellen muss.

          Auch wenn solche Studien sicherlich ihren Sinn haben – die durchführenden Wissenschaftler messen ihr gar Aussagekraft über den Zustand der amerikanischen Kultur und den amerikanischen Traum zu –, sollte man sie doch mit der nötigen Gelassenheit betrachten. Und sich vor Augen führen, dass die Amerikaner eben doch ein spezielles Volk sind: Vor einigen Jahre förderte das Pew Insitute die Erkenntnis zutage, dass fast die Hälfte der Amerikaner die Erderwärmung für ein Gerücht hält, während zugleich unter anderem „National Geographic„ herausfand, dass ein Drittel an die Existenz von Ufos glaubt.

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