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Streitgespräch : Gibt es Sprechverbote in Deutschland?

Canan Topçu und Krsto Lazarević Bild: Lucas Bäuml, Nils Bröer, F.A.S.

Sie stimmt nicht mit den Menschen überein, die Deutschland einen allgegenwärtigen Rassismus attestieren. Für ihn dagegen ist Rassismus Alltag. Ein Streitgespräch über Identitätspolitik zwischen Canan Topçu und Krsto Lazarević.

          14 Min.

          Frau Topçu, Sie haben kürzlich in der „Süddeutschen Zeitung“ den Essay „Nicht mein Antirassismus“ veröffentlicht. Sie schreiben darin, trotz Ihrer deutsch-türkischen Herkunft und erlebter Diskriminierung stimmten Sie nicht mit den Menschen mit Migrationshintergrund überein, die Deutschland einen allgegenwärtigen Rassismus attestieren und rassistische Tendenzen bei jedem Herkunftsdeutschen wittern. Die Verwendung des Rassismus-Begriffs sei inflationär und es gebe Sprechverbote. Was hat Sie dazu bewogen, sich so klar zu positionieren?

          Karen Krüger

          Redakteurin im Feuilleton.

          Canan Topçu: Das Thema gärte zwei Jahre in mir, nachdem ich mehrfach Teilnehmerin bei Veranstaltungen der postmigrantischen Szene, der Pocs, gewesen bin.

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