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Streit um Ötzi : Der Mann im Eis sucht ein Zuhause

So mag er ausgesehen haben, der Ötzi. So sieht man es zumindest im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen - in der Rekonstruktion. Bild: dpa

In Südtirol soll ein neues archäologisches Museum gebaut werden. Ob die berühmte Mumie aus dem Eis dort abgelegt wird, ist fraglich. Das sorgt für Streit.

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          Armer Ötzi. Vor drei Jahrzehnten wurde der „Mann aus dem Eis“ von zwei Bergwanderern in 3210 Meter Höhe auf dem Tisenjoch aufgestöbert, seither findet er keine Ruhe mehr. Dieser Tage bereitet man sich in Südtirol und zumal im Schnalstal, am Fuß der Ötztaler Alpen, auf die Feiern zu Ötzis „dreißigstem Geburtstag“ vor. So wird allen Ernstes für allerlei Veranstaltungen geworben: Als sei der mumifizierte To­te im Gletscher am 19. September 1991 nicht aus seiner Grabesruhe in eisiger Hö­he gerissen worden, sondern an jenem Tag zur Welt gekommen.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Die Eheleute Erika und Helmut Simon aus Nürnberg glauben, an jenem Tag vor dreißig Jahren bei ihrer Gletscherwanderung auf einen verunglückten Bergsteiger gestoßen zu sein. Das glauben auch die her­beigerufenen österreichischen Polizisten und italienischen Carabinieri, die den halb aus dem Eis ragenden Leichnam in Augenschein nahmen. Am folgenden Tag gelangen dann die ersten „Fachleute“ an den Fundort: die Südtiroler Bergsteiger­legende Reinhold Messner und dessen Freund Hans Kammerlander, die damals die Grenze zwischen Italien und Österreich abwandern. Messners erste Schätzung zum Alter des Leichnams: „Mindestens fünfhundert Jahre!“

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