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Israelische Wissenschaft : Ende der politischen Verunreinigung?

  • -Aktualisiert am

Benjamin Netanyahu und Ofir Akunis versichern sich im Knesset ihres gegenseitigen Einverständnisses. Bild: Reuters

Jetzt auch noch zwei Rücktritte: Der Streit um das politische Kalkül des israelischen Wissenschaftsministers bei der Besetzung des Beirats der Deutsch-Israelischen Wissenschaftsstiftung eskaliert.

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          Der Streit in Israel um die Neubesetzung des Kuratoriums der Deutsch-Israelischen Stiftung für Wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (GIF) hat nun auch auf deutscher Seite zu Konsequenzen geführt: Aus Protest gegen die Entscheidung des israelischen Wissenschaftsministers Ofir Akunis, die zunächst angekündigte Ernennung der israelischen Gehirnforscherin Yael Amitai zum Mitglied des Kuratoriums doch nicht zu vollziehen, sind am Wochenende zwei seiner drei deutschen Mitglieder zurückgetreten. In ihrem Rücktrittsschreiben erklären sich die Historikerin Ute Frevert und die Psychologin Brigitte Röder solidarisch mit den mehr als 1300 israelischen Hochschuldozenten, die in einer Petition zum Boykott des GIF aufgerufen hatten.

          Der Boykott, hieß es, werde so lange andauern, wie der israelische Wissenschaftsminister an seiner Entscheidung festhalte, nur ihm politisch genehme Wissenschaftler als Beiratsmitglieder zu berufen. Die deutschen Professorinnen beklagen, dass der Minister mit dieser Entscheidung dem GIF „einen schweren Reputationsschaden zugefügt“ habe. Das Rücktrittsschreiben ist an Staatssekretär Thomas Rachel adressiert, der neben Wissenschaftsministerin Anja Karliczek Deutschland im Beirat vertritt.

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