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Versuche zur Verkehrswende : Das Gesetz der Straße

Pop-Up-Radweg in der Gallusanlage: So könnte die Verkehrswende aussehen, zeigen die jungen Radfahrer. Bild: Picture-Alliance

In Sachen Verkehrswende geht es unversöhnlich zu. Dies zeigt das Beispiel Frankfurt. Dabei hält das Scheitern eines Experiments hier mehr Erkenntnisse bereit, als ein Erfolg jemals gezeitigt hätte.

          5 Min.

          Zwei Kundgebungen an zwei Tagen, ein Ziel: weniger Autoverkehr. Da könnten sie sich doch zusammentun, die Frankfurter Bürger, und gemeinsam demonstrieren, anstatt getrennt zu marschieren? Stattdessen stehen sich die Gruppen unversöhnlich gegenüber, und ihre Anführer bedenken sich wechselseitig mit wenig schmeichelhaften Attributen. Anlass für den Konflikt unter Bürgern ist die Sperrung der nördlichen Mainuferstraße für Autos, Lastwagen und Motorräder. Ein Jahr lang wurde sie erprobt, am 1. September wird der achthundert Meter lange Abschnitt im Herzen der Stadt wohl wieder freigegeben, nachdem der Versuch offiziell ohne Ergebnis geblieben ist.

          Matthias Alexander
          Redakteur im Feuilleton.

          Die einen wollen sicherstellen, dass sie wieder mehr Ruhe haben, die vom Ausweichverkehr vor ihrer Haustür im Stadtteil Sachsenhausen gestört wurde. Die anderen ärgern sich, weil sie sich und die ganze Stadt um die Chance auf mehr Lebensqualität am Main gebracht sehen. Für die einen siegt die Gerechtigkeit in Form von Lärmlastenverteilung, für die anderen die verkehrspolitische Reaktion, die mit ihren lauten und stinkenden Truppen schon verlorenes Terrain zurückerobern darf.

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