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Straßennamen in Düsseldorf : Muss weg, darf bleiben

Wehrwirtschaftsführer, SS-Oberführer und Hitlers „Lieblingskonstrukteur“ für die Massenmotorisierung: Ferdinand Porsche stellt Hitler 1939 ein Automodell vor. Bild: Picture-Alliance

Gustaf-Gründgens-Platz oder Porschestraße: Die Stadt Düsseldorf hat die Namensgeber ihrer Straßen auf historische Belastungen prüfen lassen. Durch die Gründlichkeit der Untersuchung kommt die Willkür der Urteile ans Licht.

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          Sie sind noch einmal davongekommen. Als die Düsseldorfer vor drei Wochen den fünfzigsten Geburtstag ihres Schauspielhauses feierten, hätte ihnen der Beirat zur Überprüfung Düsseldorfer Straßen- und Platzbenennungen den Spaß verderben können. Dieses vom Stadtrat eingesetzte Gremium legte zur gleichen Zeit seinen Abschlussbericht vor und sprach auch eine Empfehlung für den Platz vor dem Schauspielhaus aus, der seit 1976 nach Gustaf Gründgens benannt ist, dem Intendanten der Jahre 1947 bis 1955.

          Patrick Bahners

          Feuilletonkorrespondent in Köln und zuständig für „Geisteswissenschaften“.

          Man möchte meinen, dass Gründgens für die von der Linkspartei angeregte Untersuchung von Straßennamensgebern auf „biographische Belastungen, etwa durch Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus“, so etwas wie den Musterfall abgeben müsste, ist doch der Fall Gründgens schon während der Hitlerzeit in einem berühmten Roman seines Schwagers Klaus Mann behandelt worden und seitdem immer wieder Gegenstand auch wissenschaftlicher Erörterung gewesen, zuletzt in Helmut Lethens Buch „Die Staatsräte“. Bei zwölf Namen schlägt der Beirat eine Umbenennung vor. Gründgens ist nicht darunter, der bekannteste Name ist Porsche.

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