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Straßburg fördert Moschee-Bau : Noch blauäugig oder schon blind?

  • -Aktualisiert am

Die Baukosten werden auf 32 Millionen Euro veranschlagt: Die Eyyub-Sultan-Moschee in Straßburg wurde als eine der größten Moscheen Europas entworfen. Bild: AFP

Straßburg fördert den Bau einer Moschee und löst damit im Wahlkampf ein politisches Beben aus. Auffällig ist der Zeitpunkt, zu dem die Stadt die Subventionen beschließt – und der Bauträger.

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          Sogar Thomas Legrand hat dem Thema am 25. März eine Chronik gewidmet: Der Kommentator des populärsten öffentlichen Radiosenders France Inter ergreift täglich mit seinem „édito politique“ um 7.44 Uhr das Wort. Seine Stellungnahmen gehören zu den wichtigsten in der politischen Debatte, auch Gegner des (wie viele seiner Kollegen von France Inter) linksliberalen Journalisten nehmen sie zur Kenntnis. Legrand äußert sich zu einem Bau in der östlichen Provinz, der es in sich hat. Es handelt sich um die „Eyyub Sultan“-Moschee in Straßburg, entworfen als eine der größten Moscheen Europas, die Baukosten werden auf 32 Millionen Euro veranschlagt. Legrand kritisiert, dass deren Teilsubventionierung durch die Stadt im beginnenden Präsidentschaftswahlkampf instrumentalisiert würde.

          Vergangenen Montag hatte der Straßburger Stadtrat eine Subvention von 2,5 Millionen Euro für die Fertigstellung genehmigt. Allgemein überrascht das nicht. In den drei Departements der Region Alsace-Moselle gilt seit 1802 das Konkordat, welches Katholizismus, Protestantismus und Judentum eine Rolle im öffentlichen Leben zuspricht (konkret: staatlich entlohnte Geistliche, Religionsunterricht an staatlichen Schulen, Theologielehrstühle). Die anderen Religionen sind davon nicht direkt betroffen, fallen aber unter das örtliche Vereinsgesetz: Die Trennung von Staat und Religion gilt nicht (1905, als das Laizismus-Gesetz in Kraft trat, waren die Departements deutsch), lokale Behörden können sie finanzieren, und zwar zu zehn Prozent sowie per fünfzigjährigem Pachtvertrag für das Baugelände. So wurden in Straßburg in den vergangenen Jahren die große Moschee, eine orthodoxe Kirche und ein buddhistischer Tempel gefördert.

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