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Star Wars im Geschlechterkampf : Weißt du, wie viel Frauen fliegen?

Die Frau mit dem feministischen Kampfaufkleber? Prinzessin Leia Organa (Carrie Fisher) Bild: Picture-Alliance

Seit Jahren ärgern sich alt gewordene Jungs im Netz: „Das ist nicht mehr unser Star Wars“. Zuviel Feminismus, lautet einer der Vorwürfe. Wo ist das Problem?

          3 Min.

          Wahre Weltgeltung erobert sich eine von der Unterhaltungsindustrie vermarktete Figur nur dann, wenn sie nicht allein viel Geld bringt, sondern auch Leute mit ihr spielen wollen, die der Unterhaltungsindustrie misstrauen – zum Beispiel linksradikal-feministische Kampfgruppen, die Aufkleber herstellen, auf denen das Bild der bewaffneten Prinzessin Leia Organa aus den „Star Wars“-Filmen für militante Weiblichkeit steht. Mehrere Lichtjahre weit rechts von solcherlei explodiert derzeit ein Kugelsternhaufen beleidigter Jungs im Internet, die sich über eine Neu- und Nacherzählung gewisser Ereignisse aus der fünften „Star Wars“-Episode „The Empire Strikes Back“ (1980) aufregen, die sie in einem vom Disney-Konzern aus Anlass des vierzigsten Jubiläums des Kinostarts der Episode produzierten Trickfilm gefunden haben.

          Dietmar Dath

          Redakteur im Feuilleton.

          Leia, die Frau, die auch auf dem feministischen Kampfaufkleber prangt, werde, so beschweren sich die Erregten, in der Revision zu stark hervorgehoben und mit „General“ angesprochen, ein Rang, den sie im Urtext nicht innehatte. Wütend bloggt und tweetet ein Mob, der schon seit Episode sieben („The Force Awakens“, 2015) seine „das ist nicht mehr unser Star Wars“-Klagelieder singt: Was da geschehe, sei eine „feministische Überschreibung“, ja eine „Vergewaltigung unserer Erinnerungen“ (so der besonders hysterische Traditionalist Theodore Beale).

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