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Städtebau und Landwirtschaft : Wann beginnt die Zukunft?

Nicht sonderlich idyllisch, aber hocheffektiv: Gemüseanbau in einem Hightech-Gewächshaus auf der indonesischen Insel Java. Bild: Getty

Eine neue neolithische Revolution: Warum Städte keine andere Wahl haben, als künftig ihre Lebensmittel selbst zu produzieren.

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          Wenn eine so fortschrittsversessene Stadt wie Singapur den kühnen Plan fasst, binnen zehn Jahren 30 Prozent ihrer Lebensmittel selbst zu produzieren, obwohl sie zu den am dichtesten besiedelten Metropolen der Erde gehört, heute nur ein Prozent der Landesfläche landwirtschaftlich nutzt und 90 Prozent der Nahrungsmittel importiert, dann sollte die Welt aufhorchen. Denn in der Stadt der Löwen ist schon oft der Weg in die Zukunft gewiesen worden, und dieses Mal ist die Richtung besonders eindeutig: Bis zum Jahr 2050 werden zwei Drittel der Menschheit in Städten leben – und gar keine andere Wahl haben, als sich selbst mit Nahrungsmitteln zu versorgen, falls sie ihr eigenes Überleben und das des Planeten sicherstellen wollen.

          Wir brauchen intelligentere Lösungen

          Jakob Strobel y Serra
          stellvertretender Leiter des Feuilletons.

          Im Jahr 2015 wurde auf Initiative des Mailänder Oberbürgermeisters der Milan Urban Food Policy Pact verabschiedet, dem sich mittlerweile 240 Städte mit Abermillionen von Einwohnern angeschlossen haben. Darin verpflichten sich die Unterzeichner nicht nur, für die Er­haltung der Artenvielfalt, die Vermeidung von Abfällen und menschenwürdige Bedingungen in der Lebensmittelproduktion zu kämpfen, sondern auch zur Umwandlung des urbanen in einen landwirtschaftlich genutzten Raum – im Wissen und mit der Überzeugung, dass die Zukunftsprobleme der Menschheit mit der konventionellen Landwirtschaft nicht zu bewältigen sind. Sie beansprucht weltweit 50 Prozent der bewohnbaren Landflächen und 70 Prozent des verfügbaren Trinkwassers, ist allein in Europa für acht Prozent der Emissionen an Treibhausgasen verantwortlich und muss dringend um intelligentere Lösungen zumindest ergänzt werden.

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