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SPD-Mitgliederentscheid : Koalitionsvertrag gelesen, geweint

  • -Aktualisiert am

Bitte geben Sie hier ihre Stimme ab: Am Willy-Brandt-Haus wird den Parteimitgliedern der Weg gewiesen. Bild: dpa

Die SPD entscheidet: weiterregieren oder nicht? Mitreden kann nur, wer Mitglied ist. So trat ich ein – damit Sie es nicht mehr müssen.

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          Fast wäre ich in die Damenumkleide gelaufen; ich dachte, im Keller kann es ja nicht sein. Eine Etage weiter oben: Zielstrebig gehe ich zur falschen Tür und bremse kurz davor zögernd ab. „Sie haben die Wahl“, sagt eine ältere Dame mit Gummiball in der Hand, „SPD oder Türken“. „Türken?“, frage ich verwundert. „Turnen“, sagt sie.

          Das ist es also: Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins Frankfurt-Ginnheim, obwohl Neujahr schon ein bisschen her ist, aber die guten Zeiten der SPD sind es ja auch. Ich setze mich in eine Ecke und analysiere das Verhältnis von feldgrauen Wollanteilen und Holzvertäfelungsrillen an der Wand. Zwei sehr junge Menschen betreten den Raum und nähern sich mir nach Absprache mit dem Landtagsabgeordneten Turgut Yüksel („Turgut tut gut“): „Wir sollen uns zu dir setzen.“ Es gibt Sekt und Schnittchen. „Ganz schön alt, die Leute hier“, sagt mein Sitznachbar. Meistens tragen sie Pullover-Hemd-Kombinationen, wobei unklar ist, ob die Person den Pullover dominiert oder andersherum. Yüksel spricht etwas abseits und erregt mit einem Mann, ich höre Fetzen wie „Partei untergeht“ oder „Schuld“.

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