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Donald Trump als Buchautor : So wird Amerika wieder groß

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Ein Mann, ein Buch: Donald Trump im November 2015 bei der Vorstellung seines Buchs „Crippled America - How to Make America Great Again“ im Trump Tower in New York Bild: Picture-Alliance

Donald Trump ist in seinem Land auch als außenpolitisch besorgter Buchautor bekannt. Was er im Nahen Osten plant, hat er schon geschrieben. Und es klingt beunruhigend.

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          Das Programm, mit dem Donald Trump die amerikanische Präsidentenwahl gewonnen hat, findet sich im Wesentlichen in einem Buch wieder, das im Mai auch in Deutschland erschienen ist. Nur wurde „Great Again! Wie ich Amerika retten werde“ von den deutschen Medien kaum wahrgenommen - anders als vom Publikum: Mittlerweile ist, wie der Plassen Verlag mitteilt, die dritte Auflage erschienen. In den Vereinigten Staaten waren bereits im Sommer geschätzte zweihunderttausend Exemplare verkauft. Der deutschen Leserschaft war Trump bis dahin hauptsächlich als Verfasser hagiographisch gefärbter Bestseller mit Ratschlägen zum Reichwerden bekannt.

          In seinem Heimatland kannte man ihn aber auch als Autor programmatisch-patriotischer Werke, in denen er nicht nur seine Sorge um die Zukunft der Vereinigten Staaten, sondern auch seine eigene Vision von ihr beschrieb. So erschien im Jahr 2000 der Titel „Das Amerika, das wir verdienen“ und 2011 „Es ist Zeit, hart zu werden. Amerika wieder zur Nummer eins machen“ - oder „wieder groß machen“, wie die Taschenbuchausgabe nahelegte. Daher rührt auch das „Great Again!“ im Titel der jüngsten deutschen Übersetzung, die als eine Art Aktualisierung der beiden erwähnten Bücher betrachtet werden kann. Alle drei Werke haben ähnliche Schwerpunkte, und besonders interessant ist Trumps Sicht auf die Außen- und Sicherheitspolitik, vor allem was den Nahen Osten und die Terrorbekämpfung betrifft.

          Sie sollen dafür bezahlen

          Zu Beginn des Jahrtausends waren für den über nationale Sicherheit und Außenpolitik sinnierenden amerikanischen Milliardär außer Nordkorea, gegen das er damals einen „chirurgischen Schlag“ zu führen empfahl, die mit dem diktatorisch regierten, kommunistischen Land in einer Art konspirativem Bündnis agierenden Staaten Irak, Iran, Libyen und China die größte Gefahr für die Weltsicherheit - neben Bin Ladins Al Qaida, deren Gefahrenpotential und Folgen Trump damals fast schon prophetisch vorhersagte: „Ich bin wirklich davon überzeugt, dass wir in der Gefahr eines Terrorangriffs sind, der den Bombenanschlag auf das World Trade Center (1993) aussehen lässt wie Kinder, die mit Knallfröschen spielen“, schrieb er und fuhr fort: „Eines Tages wird uns erzählt werden, eine finstere Gestalt ohne festen Wohnsitz mit Namen Usama Bin Ladin sei Staatsfeind Nummer eins, und amerikanische Kampfjets werden sein Lager in Afghanistan plattmachen.“

          Iran und den Irak sah Trump damals auf dem Weg zur Atombombe, Teheran wegen seiner hochentwickelten Nukleartechnik und der Raketen, die bald amerikanischen Boden würden erreichen können, als den gefährlicheren Feind von beiden. Seit 2011 stellte Letzterer für den Geschäftsmann eine besonders große Gefahr dar. Denn die amerikanische Invasion in den Irak, vor der er gewarnt habe, habe Washington nicht nur enorm viel Geld gekostet, sondern den iranischen Einfluss in der Region erheblich wachsen lassen. Gemäß seinem bis heute weitgehend unveränderten Credo, dass die Länder, denen die Vereinigten Staaten militärischen Schutz gewähren, dafür auch zur Kasse gebeten werden müssten, forderte Trump damals, Amerika solle sich das gesamte irakische Erdöl „holen“.

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