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Aufregung über Werbung : Vor diesem Smoothie wird gewarnt

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Schmeckt nicht jedem: Smoothies der Firma True Fruits. Bild: Wolfgang Eilmes

Die kleine Firma True Fruits aus Bonn stellt Smoothies her. Die bewirbt sie immer wieder mit anzüglichen und provokativen Sprüchen. Der Eklat ist programmiert. Im Netz toben sich Kritiker aus.

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          Eine provokative Werbung des Fruchtsaft-Herstellers True Fruits hat zu einer heftigen Kontroverse um Meinungsfreiheit und die Grenzen angemessener Werbung in den sozialen Netzwerken geführt. Während ein Teil derjenigen, die sich im Netz melden, dem kleinen Unternehmen aus Bonn sexistische und fremdenfeindliche Werbung vorwirft, verteidigt ein anderer Teil die Werbung als ironisch und lustig.

          Der Konflikt entzündet sich an einer Online-Werbung, bei der ein Penis aus Sonnenmilch auf der Schulter einer Frau zu sehen ist. True Fruits vertreibt ein Produkt, das zwar ein Frucht-Smoothie ist, aber aussieht wie Sonnenmilch und in einer entsprechenden Flasche verkauft wird. Das Unternehmen wirft seinen Kritikern Hysterie vor und erklärt, es werde an seiner Werbung festhalten.

          Die Firma hatte bereits zuvor mit Werbung mit sexuellen Anspielungen („Abgefüllt und mitgenommen“) sowie mit einem dunklen Smoothie („Kommt selten über die Grenze“) Anstoß erregt. Auf der Plattform change.org wurde bereits eine Petition gegen die Marketingkampagnen des Unternehmens gestartet. Der Deutsche Werberat in Berlin hat bislang keinen Anlass für eine Rüge gesehen.

          Echte oder vermeintliche Grenzüberschreitungen in der Werbung hatten zuletzt mehrfach für öffentliche Debatten gesorgt. Dabei waren die betroffenen Firmen unterschiedlich damit umgegangen. Während die Handelskette Edeka ihren auch vom Werberat als männer- und frauenfeindlich eingeordneten Werbespot zum Muttertag im Netz ließ, zog die Baumarkt-Kette Hornbach einen als frauenfeindlich kritisierten Spot zurück. Ebenso handelten in früheren Fällen Lego, Astra und Heineken.

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