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Smartphone-Verbot für Kinder? : Das Risiko chattet mit

Handykonsum außer Kontrolle: Das geht direkt ins Gehirn, oder? Wenn das alles wäre! Bild: Frank Röth

Sind Smartphones eine Gefahr für die Gehirne von Kindern, und sollten sie für viele verboten werden, wie es Mediziner fordern? Klar ist: Die digitale Übersättigung schlägt viele Wunden.

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          Nicht alle Probleme sind lösbar. Die Quadratur des Kreises ist ein solches Problem, und hier genau, in der Mathematik, besitzt der Begriff „Problem“ zumindest auch eine präzise Bedeutung. Erstaunlicherweise ist er allerdings inzwischen so fest wie schwammig in den Sprachgebrauch der wissenschaftlichen Medizin eingesickert, nämlich in der Redeweise von „problematischem“, möglicherweise gesundheitsschädlichem Verhalten, dass man sich fragen darf, auf welcher Seite der Skala die Wissenschaft nun den laut beklagten „problematischen Smartphone-Gebrauch“ durch Kinder sieht: als lösbare Aufgabe oder als echtes, angesichts der Digitalisierungstrends sogar vielleicht unlösbares Problem?

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Tatsächlich geht die dringend notwendige Debatte um mediale Überlastung, in die jüngst der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte mit der Forderung nach einem Smartphone-Verbot bis zum Alter von elf Jahren hineingegrätscht ist, genau in diese Richtung: auf Kollisionskurs nämlich. Politiker, Pädagogen und mehrheitlich auch Mediziner, die sich um das seelische und körperliche Wohl der Kinder sorgen, treten immer radikaler auf die Bremse und fahren damit auf derselben Spur, auf der sie schon gegen die Überflutung der kindlichen Gehirne durch Zuckergetränke und -werbung angetreten sind – bisher nahezu vergeblich, wie wir heute wissen.

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