https://www.faz.net/-gqz-8sku3

Montagen von Denkmalfotos : Autor Shapira stellt „Yolocaust“-Aktion ein

  • Aktualisiert am

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin im Abendlicht. Viele Besucher verhalten sich dort unangemessen, turnen, springen und biken zwischen den Stelen. Bild: dpa

Shahak Shapira hatte mit seinem Projekt „Yolocaust“ großes Aufsehen erregt. Jetzt nimmt er die Bilder von Jugendlichen, die auf dem Berliner Denkmal für die ermordeten Juden herumturnten, aus dem Netz.

          1 Min.

          Der Autor Shahak Shapira, der Selfies auf dem Berliner Holocaust-Mahnmal mit Bildern aus den deutschen Vernichtungslagern verknüpft hat, stellt seine „Yolocaust“-Aktion nach einer Woche wieder ein. Eine Sprecherin sagte an diesem Freitag, Shapira habe die Fotos aus dem Netz genommen. Nach Angaben Shapiras sei die Seite, auf der er das Verhalten von Mahnmal-Besuchern aufgespießt hatte, von mehr als 2,5 Millionen Menschen gesehen worden. Die zwölf Menschen, die auf den Selfies abgebildet gewesen seien, hätten sich inzwischen bei ihm gemeldet. Die meisten hätten entschieden, die Fotos von ihren Facebook- oder Instagram-Profilen zu löschen.

          So habe ihm ein junger Mann, der ein Bild mit dem Titel „Auf toten Juden herumhüpfen“ ins Netz gestellt hatte, sich dafür entschuldigt. „Ich wollte niemanden beleidigen. Nun sehe ich meine eigenen Worte in den Nachrichten“, habe er geschrieben. Über Shapiras Projekt hatten Medien weltweit berichtet. Auf der Website hatte Shapira Fotos aus sozialen Medien zusammengestellt, auf denen zumeist junge Touristen am Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin fröhlich posieren. Bewegte man den Mauszeiger über die Bilder, wurden die Protagonisten in Bilder aus Vernichtungslagern montiert. So hüpften, turnten und tanzten die Touristen nicht mehr auf dem Mahnmal herum, sondern optisch auf ermordeten Opfern der Nazis.

          Weitere Themen

          Die Rückkehr des Theaters Video-Seite öffnen

          Spielplanänderung – Staffel 2 : Die Rückkehr des Theaters

          Der Titel unserer F.A.Z. Video-Theaterserie war für die Bühnenhäuser des Landes in der Corona-Pandemie bitterstes Programm: „Spielplanänderung“. Bis zu unserem Dreh im Mai 2021 waren die Theater noch immer geschlossen. Welchen Stellenwert Theater in unserer Gesellschaft hat, wollen wir mit einer zweiten, finalen Staffel unserer Videoserie erkunden.

          Wer den Ausnahmezustand beherrscht

          Comic-Moloch Gotham : Wer den Ausnahmezustand beherrscht

          Vor achtzig Jahren erschien der erste Comic über Gotham: Heimat von Batman, Symbol von Chaos und Korruption. Rechtshistorische Gedanken zum Mythos dieser Stadt, die uns nicht schlafen lässt, weil ihre Konflikte an unsere erinnern. Ein Gastbeitrag.

          Topmeldungen

          UEFA entscheidet : Münchner EM-Arena nicht in Regenbogenfarben

          Die UEFA beruft sich auf ihre politische Neutralität. Das Zeichen im Sinne „der Weltoffenheit und Toleranz“ hätte sich gegen die Politik von Ungarns Ministerpräsident Orban gerichtet. Die Arena könnte nun an einem anderen Tag in Regenbogenfarben leuchten.
          Wohnhäuser wie dieses findet man nur noch selten in Frankfurt, außer man ist steinreich.

          Stadtplanung im Ballungsraum : Die Wohnungsbau-Misere

          Vor zehn Jahren war der Markt für Wohnungen in Frankfurt noch in Ordnung. Seither geht es bergab. Doch auf der Suche nach den Gründen muss man noch weiter zurückblicken.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.