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Sex im Kulturbetrieb : Der Körper als Kaufanreiz

Strategien wie in der Dessous- und Parfumwerbung: Lola Astanova spielt „Claire de lune“ von Claude Debussy Bild: Youtube/Screenshot F.A.Z.

Viele Kulturschaffende sind gekränkt, weil sie bei der Pandemiebekämpfung mit Bordellen in einem Atemzug genannt wurden. Dabei haben Regietheater und Musikmarketing in den letzten Jahrzehnten offensiv auf diese Nähe hingearbeitet.

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          Moritz Eggert, der neue Vorsitzende des Deutschen Komponistenverbandes, hat kürzlich in seinem „Bad Blog of Music“ die ganze Diskussion um „Systemrelevanz“ von Kultur als hysterischen Murks bezeichnet. Er legt, im großen Ganzen recht vernünftig, dem aufgeregten Betrieb fünf Gründe dar, warum es besser sei, momentan eine Weile mal den Mund zu halten. Grund zwei sei, dass die Kulturschaffenden – nennen wir sie ruhig so, obwohl man Kultur nicht so einfach „schaffen“ kann wie Limonade oder Strumpfhosen – zu Unrecht glauben, sie seien mit Bordellen und Fitness-Studios „gleichgesetzt“ worden.

          Jan Brachmann
          Redakteur im Feuilleton.

          Wer sich davon beleidigt fühle, verwechsle, so Eggert, „die Zufälligkeit einer Aufzählung von Situationen, bei denen Menschen in Innenräumen zusammenkommen, mit einer bösen Absicht gegenüber der Kultur selber“. Das ist nicht nur wohlmeinend gegenüber den Absichten der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten formuliert, es stimmt wahrscheinlich sogar. Beißend ironisch bleibt dieser amtliche Gleichbehandlungsbeschluss von Puff und Bühne gleichwohl. Denn historisch und gegenwärtig waren und sind diese zwei Bereiche der Kontaktanbahnung und Kontaktpflege immer wieder nah zueinandergerückt worden.

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