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Diskriminierung im Deutschrap : Nichts gelernt aus MeToo?

Akademische Würden machen den Hiphop nicht unbedingt leichter: Reyhan Şahin alias Lady Bitch Ray Bild: Carlos Fernandez Laser

Homophobie, Gewaltphantasien, Klischees über Frauen: Der deutsche Hip-Hop war vor zehn Jahren aufgeklärter als heute, sagt die Rapperin und Wissenschaftlerin Lady Bitch Ray. Eine Begegnung.

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          Sie kommt nicht oft in die Gegend, von den Frankfurter Rappern hält sie nicht viel. Aber nun ist Reyhan Şahin, besser bekannt als Lady Bitch Ray, doch angereist, um ihr Buch vorzustellen. In einem kakifarbenen Nylonhemd und einer Bomberjacke, die Haare streng zurückgebunden, sitzt sie in einer Bar im Bahnhofsviertel und will vom Restaurantmanager wissen, ob er „Jugo“ ist, fragt nach den Machtphantasien serbischer Männer und erzählt von kroatischen Freundinnen, und dabei greift sie nach seinem Arm und verzieht den Mund zu einem frechen Grinsen, das sagt: Nimm das alles nicht so ernst. Das ist nur Lady Bitch Rays Beitrag zur Diskussion über den Literaturnobelpreis.

          Elena Witzeck

          Redakteurin im Feuilleton.

          Unter dem Titel „Yalla, Feminismus!“ hat sie im Tropen Verlag ein Aufklärungsbuch über den Deutschrap aus feministischer Perspektive vorgelegt. Das musste sein, sagt Şahin, weil ihr in der Auseinandersetzung mit dem Erbe von MeToo noch immer einige Themen zu kurz kommen: Sexismus und sexuelle Gewalt im Hiphop, der islamische Feminismus, Mehrfachdiskriminierung aufgrund von Herkunft und Religion, der Blickwinkel muslimischer, schwarzer Frauen: „Danach werde ich auf dem Campus täglich gefragt.“

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