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Marx und die Gerechtigkeit : Che Guevaras Fabriken

Marx’ Erbe wiegt schwer und hat Rost angesetzt. Bild: dpa

Kapitalismuskritik gut und schön, aber: Was war Sozialismus auf Kuba und in Russland, was ist er heute – und was wird aus der Gerechtigkeit?

          5 Min.

          Soll man einer Arbeiterin in Südkorea, die bei Samsung zigmal am Tag je ein Sechsundzwanzigstel Smartphone anfertigt, jedes sechsundszwanzigste Handy schenken, an dem sie mitgewerkelt hat? Wäre das Gerechtigkeit?

          Dietmar Dath

          Redakteur im Feuilleton.

          Marx war nicht dieser Meinung. Aufgeschrieben hat er’s in der „Kritik des Gothaer Programms“ (1875). Da steht vor allem, was den Sozialismus (oder „Kommunismus niederer Stufe“) vom Kapitalismus und außerdem beide vom vollen Kommunismus („höherer Stufe“) unterscheidet. Diese Klärung schien Marx notwendig, weil die deutsche Sozialdemokratie ihre Vorstellungen über das, was sie wollte, seinerzeit konfus und undurchführbar vortrug. Der Ökonom Meghnad Desai nennt den so entstandenen Text „the only policy paper“ von Marx, die einzige Abhandlung konkreter Politik im Sinne von Empfehlungen für nachrevolutionäre Zeiten. Die Gothaer Programmsozis redeten seinerzeit gern vom „gleichen Recht auf den unverkürzten Arbeitsertrag für alle“, das durchgesetzt werden sollte. Marx fragte sie: Sind bei eurem „alle“ auch die dabei, die nicht arbeiten? Wenn ja, ist das Ausgegebene kein „unverkürzter“ Ertrag mehr, denn dann wird denen, die arbeiten, etwas „verkürzt“, genau wie bei Steuern. Wenn nein, gilt euer komisches Recht nicht mehr „für alle.“

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