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Stoppschild nicht erkannt : Selbstfahrende Autos fallen durch den Idiotentest

Schon länger ist ein Prototyp des Google-Autos auf Amerikas Straßen unterwegs. Bild: dpa

Künstliche Intelligenz kann angeblich alles – auch Autofahren. Doch kaum taucht ein nur wenig verändertes Stoppschild auf, ist der Computer ratlos und geht auf Kollisionskurs. Blechschaden ist garantiert.

          Welcher Autofahrer kennt das nicht? Mal wieder schneller, als das Tempolimit zulässt (aber natürlich mit völlig angemessener Geschwindigkeit), unterwegs gewesen oder ein Stoppschild übersehen, schon rollt eine Knolle ins Haus oder ist der Lappen weg. Wenn es ganz dicke kommt, droht die Medizinisch-Psychologische Fahrtauglichkeitsprüfung, vulgo: der Idiotentest.

          Ursula Scheer

          Redakteurin im Feuilleton.

          Nun stellte der zu Unrecht als Idiot verunglimpfte Forrest Gump bekanntlich weise fest: Dumm ist, wer Dummes tut. Was wiederum ein ziemlich schlechtes Licht auf die sogenannte künstliche Intelligenz wirft, die uns künftig in autonomen Fahrzeugen heil durchs Leben bringen soll. Sie stellt sich nämlich in vielerlei Hinsicht ziemlich idiotisch an. Vor allem – was im Straßenverkehr ja kein unerheblicher Faktor ist –, sobald die chaotisch echte Realität ins Spiel kommt.

          Fußgänger, human gesteuerte Autos und Kängurus bringen die Autonomen etwa ins Schleudern, und jetzt ist eine neue „physical world attack“ identifiziert, die sie aus der Bahn wirft: Aufkleber. Forscher von vier amerikanischen Universitäten, darunter Berkeley, haben ein paar simple Fahrtauglichkeitstests mit den Systemen gemacht, die Hersteller in ihre selbstfahrenden Modelle bauen wollen. Sie haben Schilder mit Klebestreifen verziert, die Menschen kaum ins Auge fallen, vor allem aber nicht den Sinn des Hinweises verunklaren. Die algorithmisch gesteuerten Maschinenhirne sehen das anders.

          Die Botschaft ist eigentlich eindeutig. Eigentlich.

          Ein paar schwarze Balken da und dort um das „Stop“ arrangiert, schon ist es aus mit der Verkehrshinweiserkennung. „Missklassifikation hundert Prozent“, lautete das niederschmetternde Ergebnis. Das selbstfahrende Auto würde munter weiterrollen und das nächste, anders beklebte Stoppschild für eine Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Statt bremsen beschleunigen – auch schön. Wenn schon ein paar Sticker oder Graffiti autonome Autos hacken können, müssen die Hersteller wohl noch ganz schön Gas geben, bis sie den Idiotentest bestehen. Und bis dahin ist es ein gutes Gefühl, als überlegene Intelligenz am Steuer zu sitzen.

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