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Lesen in der Pandemie : Nehmt die Schüler endlich ernst!

Autorenlesung im Museum: Wenn man Schüler ernst nimmt, wird der Literaturunterricht zur Selbstverständlichkeit. Bild: Picture-Alliance

Medienkompetenz ist ein ehrbares Lernziel. Doch wo Bücherferne herrscht, bleibt die Internet-Recherche stümperhaft. In Zeiten des Hybridunterrichts muss die Schullektüre vertieft werden.

          5 Min.

          Monatelang haben sich Eltern, deren Kinder in der frühen Phase des Lockdowns in eine Art horizontale Handystarre verfallen waren, einen guten digitalen Unterricht für ihre Kinder gewünscht – einen, der diese im besten verbliebenen Kontaktmedium herausfordert, am Ball hält, wieder in einen Lernrhythmus bringt. Tatsächlich nahmen die festen schulischen Online-Termine allmählich zu. Doch nun wurde deutlich, dass die im Grunde recht banale Operation, mit längst existierenden Messenger-Diensten, Schulplattformen und Videokonferenzsoftware eine Art Unterricht aufrechtzuerhalten, gegen die Handystarre nicht das Geringste bewirkt hat. Ein baldiges Ende ist nicht in Sicht, im Wechselunterricht ist bereits ein Gewöhnungseffekt sichtbar.

          Uwe Ebbinghaus
          (uweb.), Feuilleton

          Waren anfangs vor allem die älteren Schüler, denen die Eltern nicht mehr überall auf die Finger schauen, aus Langeweile und schulischer Unterbeschäftigung in die Tiefen des Internets abgetaucht, wurden, je besser sich der digitale Unterricht organisierte, schließlich alle Schüler an die Bildschirme gerufen. Und hier verweilten sie dann noch lange nach den Videokonferenzen, neben denen auf einem Zweitgerät nicht selten ein unterrichtsfremdes Filmchen gelaufen war. Für Eltern war es bei diesem Szenario kaum noch nachvollziehbar, wann jemand am Smartphone arbeitete oder sich anderweitig mit dem Gerät beschäftigte. Es wurde so oder so immer gerade für „etwas Schulisches“ gebraucht.

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