https://www.faz.net/-gqz-8v6tl

Künstlerprotest : Offener Brief gegen Trump

  • -Aktualisiert am

Nicht zu vereinbaren mit den Werten der Vereinigten Staaten: Auch Schriftstellerin Zadie Smith, hier bei der lit.Cologne, unterschrieb gegen den „Muslim Ban“. Bild: dpa

Mit dem Einreiseverbot für Bürger aus muslimischen Ländern hat Donald Trump eine Protestwelle ausgelöst. Nun melden sich Amerikas Schriftsteller und Künstler in einem offenen Brief zu Wort.

          In einem offenen Brief fordern mehr als sechzig Künstler gemeinsam mit dem amerikanischen Schriftstellerverband PEN den Präsidenten Donald Trump auf, keine weiteren Einreisebeschränkungen anzuordnen. Unterzeichnet wurde der Brief von Schriftstellern wie Paul Auster, Philip Roth, Zadie Smith, John Green, Margaret Atwood, außerdem von Künstlern anderer Bereiche, etwa dem Schauspieler Patrick Steward und dem Komponisten Stephen Sondheim.

          Sie wenden sich gegen das Einreiseverbot für Bürger aus muslimischen Ländern. Die Beschränkung der Einreise betreffe auch das kulturelle Leben in den Vereinigten Staaten. Der „Visa Bann“, fürchtet der PEN, könne sich auch negativ auf das Internationale Literaturfestival „World Voices“ auswirken, das Anfang Mai in New York stattfindet. So sei unsicher, ob der palästinensisch-syrische Dramatiker Rama Haydar an der Veranstaltung werde teilnehmen können.

          In dem Brief heißt es, vor allem Künstler, Musiker und Filmemacher seien in den betroffenen Ländern die wichtigsten Akteure im Kampf gegen Unterdrückung und Terror. Einen internationalen Austausch zu unterbinden, würde eine Unterstützung der Machthaber bedeuten, die diese Stimmen zum Schweigen bringen und Hass schüren wollten. Internationalen Künstlern den Zugang zur amerikanischen Kultur zu verwehren, führe nicht zu mehr Sicherheit, sondern zu einer Isolation, welche die „Kreativfabrik der Nation“ zerstöre, so Suzanne Nossel, Vorsitzende des PEN America.

          Dass der Brief Donald Trump und seine Regierung beeinflusse, hält der mitunterzeichnende George Packer, Redakteur des „New Yorker“, für unwahrscheinlich. In der „New York Times“ sagte er, es komme auf die Außenwirkung des Vorhabens an. Mit dem Unterzeichnen des Briefs könne man zeigen, dass Amerika noch immer ein großartiges Land sei.

          Weitere Themen

          Warum ticken die Ossis so?

          Mauerfall-Debatte : Warum ticken die Ossis so?

          Der Zuspruch der AfD im Osten hat seinen Ursprung nicht zuletzt in der DDR. Weil Ostdeutsche jahrzehntelang einem Klima der Lüge und der Demütigung ausgesetzt waren. Ein Gastbeitrag.

          Hoffnung im Angesicht der Apokalypse Video-Seite öffnen

          Filmkritik „Endzeit“ : Hoffnung im Angesicht der Apokalypse

          Blutverschmierte Münder, abgehackte Gliedmaßen und Non-Stop-Action – so kennt man als geneigter Zuschauer das Zombiefilm-Genre. Wie sich der deutsche Film „Endzeit“ dagegen abhebt und warum man gerade als Nicht-Zombie-Fan den Gang ins Kino wagen sollte, erklärt F.A.Z.-Redakteur Andreas Platthaus.

          Topmeldungen

          Bundesfinanzminister Olaf Scholz

          Nach Vorstoß von Söder : Scholz prüft Verbot von Negativzinsen

          Nach dem Vorstoß aus Bayern will nun der Bundesfinanzminister die rechtliche Grundlage von Strafzinsen überprüfen lassen. Diese seien eine „echte Belastung für private Sparer“. Er fordert die Banken auf, auch ohne Verbot darauf zu verzichten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.