https://www.faz.net/-gqz-999fk

Ohne Patientenverfügung : Das Sterben des Herrn S.

  • -Aktualisiert am

Ein Arzt an einer Herz-Lungen-Maschine im Deutschen Herzzentrum in Berlin. Mit diesem Gerät werden Patienten am Leben erhalten – auch während Operationen am offenen Herzen. Bild: Picture-Alliance

Ein Arzt muss für lebensverlängernde Maßnahmen Schmerzensgeld zahlen. Was bedeutet dieses Gerichtsurteil für den Umgang mit Todkranken?

          5 Min.

          Kann das Weiterleben, im Vergleich zum Sterben, ein Schaden sein? Diese Frage ist seit einer Entscheidung des Oberlandesgerichts München vom Ende vergangenen Jahres, deren schriftliche Begründung jetzt vorliegt, keine rein medizinisch-ethische mehr, sondern auch eine rechtliche. Die Münchener Berufungsrichter haben den Beklagten, einen Hausarzt, zur Zahlung von 40.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt, die dem Kläger als Erben seines 2011 verstorbenen Vaters zustehen sollen, weil der Arzt dessen künstliche Ernährung einfach über die Jahre fortgeführt hatte, statt angesichts der gesundheitlichen Lage deren Abbruch als Möglichkeit zur Diskussion zu stellen.

          Dieses Urteil legt es nahe, dass für den Patienten der „Tod eine Erlösung gewesen wäre“; dies wäre eine gleichsam metaphysische Grundierung eines Rechtsstreits, in dem das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Das Urteil hat die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen, der zuständige 6. Senat in Karlsruhe hat das Aktenzeichen VI ZR 13/18 bereits vergeben.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Autor demokratiefeindlicher Texte: Carsten Rentzing in seinem Büro in Dresden 2015

          Sächsischer Landesbischof : Ein Verschweiger vor dem Herrn

          Sachsens Landesbischof Carsten Rentzing ist zurückgetreten. Als Student hatte er für eine nationalistische Zeitschrift geschrieben. Die unübersichtlichen Vorgänge sorgen für Unruhe in der evangelischen Kirche.