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Wegen Papst-Cover : Saudi-Arabien verbietet „National Geographic“

  • -Aktualisiert am

Verboten: Das katholische Kirchenoberhaupt in der Sixtinischen Kapelle. Bild: National Geographic

Saudi-Arabien verbietet die aktuelle arabische Ausgabe des Magazins „National Geographic“. Anlass ist das Cover und möglicherweise auch die Titelgeschichte.

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          Die aktuelle Ausgabe des Magazins „National Geographic“ darf in Saudi-Arabien nicht verkauft werden. Auf dem Cover ist der Papst mit der Schlagzeile „Die Kirchenreform – so führt Franziskus die stille Revolution an“ zu sehen. Das reichte offenbar aus, um das Heft in Saudi-Arabien verbieten zu lassen.

          Alsaa Omar al-Menhaly, der Chefredakteur des Magazins, entschuldigte sich auf Twitter bei seinen Lesern, die bereits seit einer Woche auf die neue Ausgabe warteten: Das Magazin dürfe „aus kulturellen Gründen“ nicht veröffentlicht werden. In Saudi-Arabien ist es nicht nur verboten, christliche oder jüdische Gottesdienste zu feiern, auch der Import und das öffentliche Tragen von religiösen Symbolen wie Kreuzen, Bibeln oder Rosenkränzen steht unter Strafe.

          Eineinhalb Millionen verfolgte Christen

          In diesem Fall dürfte den sunnitischen Sittenwächtern auch das Editorial Menhalys missfallen haben. Darin mahnt der Chefredakteur, dass sich kirchliche Institutionen – nicht nur die katholische Kirche – Reformen unterziehen müssten: „Religiöse Grundsätze sind nur Werkzeuge, die etwas bewahren sollen. Wenn sie das nicht mehr können, müssen sie verändert werden.“

          In Saudi-Arabien leben etwa eineinhalb Millionen Christen, die ihren Glauben nur im Stillen praktizieren können. Laut des Weltverfolgungsindex' ist das Land eine der zehn Nationen, in denen Christen aufgrund ihrer Religion am meisten verfolgt werden. Obwohl das „National Geographic“-Cover mit dem Papst in der Sixtinischen Kapelle keine christlichen Devotionalien zeigt, stellt es für den Großmufti offenbar sträfliche Gotteslästerung dar.

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